tretenden Tod bedingt sei, insofern nur Recht, als eben der Tod durch die Lähmung des Herzens
erfolgt; aber auch da, wo nichr der Tod eintritt, ist eine Abnahme der Herzenergie bemerkbar.
Die im letzten Versuche von 42 Min. 47 Sec. bis 44 Min. 20 Sec. sich zeigende auf
fallende Unregelmässigkeit der Pulserhebungen lassen sich vielleicht aus den directen Beobachtungen
des Herzens von EULENBURG und GUTTMaNN und Andern erklären, wonach dann die steilen Er
hebungen der Curve eine Contraction des Ventrikels, die geringeren, die des Vorhofs anzeigen,
dann würden also nur 26 wirkliche Herzschläge auf ca. U/2 Min. kommen.
Eine weitere Wirkung des Bromkalium ist die Lähmung der Muskeln und Nerven. Schneidet
man Frosch- oder Kaninchenmuskeln, oder Nerven aus und legt sie in eine ziemlich diluirte
KBr.-Lösung, so erlischt sehr bald ihre Contractions- resp. Leitungsfähigkeit. Dasselbe bewirkt auch
wenn auch bedeutend langsamer, das im Blute circulirende Salz, wie sich aus dem Froschversuch
pag. 23 ergiebt, obgleich EULENBURG und GUTTMANN dieses leugnen. Um nun zu eruiren, auf
welche Weise die Lähmung der Nerven zu Stande komme, ob central oder peripher, worüber ja
Eulenburg und GUTTMANN einerseits und MartiN-Damoukette und Pelvet andererseits zu
entgegengesetzten Resultaten gekommen sind, schnitt ich die Blutzutuhr zum peripheren Theil des
einen (linken) Nervus ischiadicus ab, indem ich, um auch die Möglichkeit der Herstellung eines
Collateralkreislauft zu vermeiden, nach Freipräparirung der Nerven den übrigeu Theil der Extre
mität so hoch wie möglich mit einer festen Ligatur umschlang. Zur Controle habe ich daneben
einen unvergifteten Frosch, den ich ebenso behandelte und dem ich zur geeigneten Zeit das
Rückenmark durchschnitt, auf die Reizbarkeit seiner Nerven und Muskeln geprüft, da die Con-
tractionsfähigkeis der motorischen Elemente und die Leitungsfahigkeit der Nerven des abgeschnürten
Beins durch die herbeigeführte Anaemie nothwendig beeinträchtigt werden musste. Die Prüfung
geschah mittels des du Bois-REYMONü’schen Schlittenmagnetelectromotors mit einem Element, und
zwar sind von den Muskeln mir die des Oberschenkels in Betracht gezogen. In den Pausen
wurden die Thiere mit feuchtem Pliespapier bedeckt.
3 Uhr 50 M.
4 Uhr
4 Uhr 5 M.
4 Uhr 10 M.
4 Uhr 20 M.
[I Vergifteter Frosch.
jj Nach der Unterbindung werden 0,3 gramm der KBr.
lösung in den Bauch gespritzt,
ij Bleibt auf dem Rücken liegen, reagirt nicht auf Kneifen.
I Bewegt die Vorderextrem.
; j Extrem schlaff. Liegt auf dem Rücken.
Section: Herz bewegt sich noch langsam.
U n vergifteter Frosch.
Unterbindung.
Decapitirt und Brusthöhle geöffnet.
5 Uhr
5 Uhr 30 M.
6 Uhr
6 Uhr 30 M.
7 Uhr
7 Uhr 30 M.
8 Uhr
Unterbundene Extr.
Nerv.
60 Ctmr.
58
45 »
20 »
10 »
M uskeln.
25 Ctmtr.
24 »
24 «
20 »
18 »
15 »
10 »
Freie Extr.
N erv.
60 Ctmtr.
58 »
48 ,
24
Muskeln.
25 Ctmtr.
21 »
20 »
11 »
8 »
Unterbundene Extr.
Nerv. Muskeln.
80 Ctmtr.
78 ,
70 *
68
68
60 »
60 »
34 Ctmtr.
34
30
29 »
28 »
28 »
28 »
Freie Extr,
Nerv. Muskeln,
über 100 Ctmtr. 34 Ctmtr.
100 Ctmtr. 34 »
9° » 34
8 5 *> 33 •
8 5 33
80 » 32 »
75 * 32
Aus diesen Versuchen geht also hervor, dass Bromkalium auch ein Muskelgift ist, denn
die Contractionsfähigkeit der Muskeln der rechten freien Extremität war schon erloschen, als die
entsprechenden Muskeln des unvergifteten Frosches noch fast ebenso stark reagirten, wie gleich

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