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Sensorium umnebelt, sondern auch die Herrschaft über die die Sprachwerkzeuge versorgenden
Nerven theilwelse verloren gegangen.
Eine Ermüdung trat 7 Mal ein, aber keine Schlafsucht, kein erzwungener Schlaf, wie sie
die Narkotika bewirken, sondern eine eigenthümliche, zum Schlaf einladende Ruhe, ein Abgestumpft
sein gegen alle äusseren Eindrücke, eine Verminderung, wenn ich so sagen darf, der Reflexcx-
altationen des Gehirns, so dass man Ereignisse und Erscheinungen, die sonst uns zu lebhafter Er-
egung und Reaction veranlassen würden, jetzt unbeachtet an sich vorübergehen lässt; wie LaboRDE
r a „ t; .ii semble que la volonte soit perdue et que l’on ne puisse parvenir a re-
prendre possession de ses idees et de la conscience de soi; on se sent plongc
dans la hebetude et la stupeur«. Man kann mir nicht vorwerfen, dass ich unter
den Schlaf begünstigenden Bedingungen meine Versuche angestellt habe. Die beiden ersten
Experimente wurden zusammen, Nachmittags in einem kühlen Zimmer und bei reichlichem
Stoff zur Unterhaltung vorgenommen, ich selbst nahm das Bromkalium nach einem kräftigen
und gesunden Schlaf, und die vier andern hatten schon wochenlang das Bett hüten
müssen und werden auch nicht wenige Stunden des Tages schlafend verbracht haben ; deshalb ist
es auch kein Wunder, dass bei ihnen die sedative Wirkung (als hypnotische dieselbe zu bezeichnen,
wäre wohl nicht ganz correct) nicht so deutlich sich zeigte, und in einem Falle sogar ausblieb.
Diese Leute hatten auch durchaus keine Ahnung von der Wirkung des Medicaments und habe ich
da cs nicht im Mindesten meine Absicht war, für oder gegen die Ansicht irgend eines der Unter
sucher aufzutreten, und ich deshalb ganz sine ira et studio ans Werk gegangen bin, mir von
diesen jedesmal berichten lassen, was sie im Verlaufe der letzten halben Stunde gemerkt hatten.
Mir scheinen die Resultate Amburgek’s schlechtweg unerklärlich, er muss denn eine den Opiaten
ähnliche Wirkung verlangt haben, die »das constantc Auitreten von Schlaf, von ge
bieterische r Schlafsucht« erzwingt und die sedative Wirkung des Salzes ganz unerwähnt
gelassen haben, obgleich er längere Sätze aus Laborde’s Abhandlung anführt. Ausserdem kommt
„och die Beobachtung am Krankenbette (und dort soll doch das Bromkalium nur Wirken, die Vier;
suche an Gesunden sind immerhin nur Nothbehelfe) hinzu, und Herr Professor Edeeffsen ver
sichert, sehr oft diesen beruhigenden, ermüdenden Effect bei Kranken gesehen zu haben, die Kalium
bromatum andrer Leiden wegen gebrauchten und sich geradezu über diese Nebenwirkung beklagten.
Eine Erniedrigung der Temperatur waren allen Versuchen nachweisbar, um so mehr, da
diese alle in eine Zeit fielen, wer nach JUERGENSEN’S Tabelle 1 ) die Eigenwärme des Menschen
steigen soll und zwar in Versuch I und II um 0,3 °, V-VIII um 0,2», III um 0,4" und IV um
0,6o, cs sank also die Temperatur in Wirklichkeit bei einer Dosis von 10 Gramm um 0,5°—0,8 0
bei 15 Gramm sogar um 1,2°. Die Pulsfrequenz sank ebenfalls beträchtlich unter dein Einfluss
des Bromkalium (um 12-22, bei 15 Gramm um 30 Schläge — also um 15,5—27, 5 pCt„ bei
15 Gramm um 37, 5 pCt.) Dabei wurde der Rhythmus einige Male unregelmässig, bei Versuch
IV setzte der Puls sogar öfters aus, daneben wurde er weich, sehr leicht compnmirbar, so dass
es mir sehr wahrscheinlich schien, dass auch die Energie des Herzens abgenommen habe. Der
niedrigste Stand der Temperatur und der Pulsfrequenz fiel in die 2. bis 3. Stunde nach der Ein
nahme des Salzes,
Eine deutliche Verminderung der Speichelsecretion ist m r nicht aufgefallen, nur in einem
i) lürgensen. Die Körperwärme des gesunden Menschen.

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