grossen Geschwülsten im Bauche, das Zwerchfell zwar eben so hoch oder gar
höher hinaufgedrängt sein, als bei Peritonitis, allein die Retraction der Lungenränder
vom Herzbeutel und die Verdichtungen der hinteren Lungentheile pflegen dabei
stets auszubleiben.
Aus diesem Verhalten der Lungen geht auf's Deutlichste hervor, dass der
Druck von unten gegen das Zwerchfell, wenn er auch gleichfalls die Lungen zu
weilen in grösserer Ausdehnung an ihrem unteren Rande comprimirt, nicht die Ur
sache der°oben besprochenen Veränderungen sein kann. Vielmehr muss man in
Ermangelung anderer ursächlicher Momente annehmen, dass die bestehenden
Schmerzen im Bauchraume, welche jede leichte Bewegung des Zwerchfelles nach
abwärts verursacht, die Athmung im höchsten Grade oberflächlich machen und die
Wirksamkeit der Inspirationsmuskeln hemmen. Traube und Rosenthal haben ge
lehrt, in welcher Reihenfolge bei gesteigertem Athmungsreize die Inspirationsmuskeln
in Thätigkeit gesetzt werden. Voran arbeitet das Zwerchfell, dessen Thätigkeit
wir wohl dem Grade, nicht aber dem Modus nach willkürlich beeinflussen können.
Beschränken wir die Excursionen der Zwerchfellsbewegungen, so hören die Con-
tractionen derjenigen Muskeln, welche erst bei stärkerem Athmungsreize thätig
werden ganz auf. In diesen Verhältnissen liegt der wesentliche Unterschied
zwischen & der Wirkung einer blossen Steigerung der mechanischen Widerstände
gegen die Bewegung des Zwerchfelles, wie bei schmerzloser Auftreibung des Leibes
und der willkürlichen oder instinctiven Beschränkung der Innervation dieses Haupt
inspirators, wie bei Peritonitis, Perityphlitis und ähnlichen Krankheitszuständen-, die
letztere arretirt jedesmal auch die Thätigkeit der übrigen Inspiratoren, die erstere
nicht. Deshalb sehen wir Kranke mit heftigen Schmerzen im Bauchraume, oder
solche, welche an entzündlichen Vorgängen am Thorax leiden, die mit heftigen
Schmerzen bei jeder Bewegung desselben verbunden sind, die Thätigkeit der In
spirationsmuskeln willkürlich auf das geringste Mass beschränken, d. h. es wird
zunächst das Zwerchfell bei jeder Inspiration so wenig wie möglich nach abwärts
bewegt, während die Thoraxheber am Halse sich an der Athmung nicht betheiligen,
und durch die Zahl der Athemzüge das ersetzt, was ihnen an Umfang fehlt. Ganz
anders verhalten sich die Athmungsbewegungen bei solchen Kranken, deren Zwerch
fell durch eine schmerzlose Auftreibung des Bauchraumes in die Höhe gedrängt
ist Bei ihnen sehen wir bei jeder Inspiration eine deutliche Gestaltveränderung
des unteren Brusttheils und der oberen Bauchgegend als ein Zeichen einer kräftigen
Contraction des Zwerchfellmuskels, und in gleicher Weise die Thoraxheber am
Halse sehr deutlich sich contrahiren. Die Folge davon ist, dass der Brustraum
trotz aller Hindernisse, welche seiner inspiratorischen Erweiterung nach abwärts
entgegenstehen, doch bei jeder Inspiration, besonders im sagittalen und im Quer
durchmesser weniger durch Hebung des oberen Thoraxtheiles erweitert wird, und
dass also eine inspiratorische Entfaltung der oberen und vorderen Lungenparthieen
in erheblichem Umfange zu Stande kommen kann. Dieser Umstand verhindert die

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.