und mehr oder weniger zahl- und umfangreiche lobulär pneumonische Infiltrations
herde.
Die gleichen klinischen Wahrnehmungen: Hochstand des Zwerchfells, Retrac
tion der Lungenränder bis zur Entblössung des Herzbeutels mit den oft beschrie
benen Symptomen kann man oft beim Tetanus machen. Ein Fall derart, welcher
auf der hiesigen medicinischen Klinik zur Beobachtung kam, betraf einen 21jährigen
Arbeiter mit Tetanus traumaticus. Als derselbe nach 4tägiger Behandlung im Hospi
tal gestorben war, fand man bei der Section, nachdem vor Eröffnung des Thorax
die Trachea auf einem Korkstöpsel unterbunden war, die linke Lunge ganz hinter
dem knöchernen Theil der Rippen versteckt; die rechte Lunge gleichfalls sehr re-
trahirt, und das Herz und die grossen Gefässstämme in grosser Ausdehnung frei
liegen, so dass die Entfernung der vorderen Lungenränder von einander auf der
Höhe der isten Rippe 6,5 Ctm., auf der der 2ten Rippe 7 Ctm., der 3ten Rippe
9,5 Ctm. und der 4ten Rippe 11 Ctm. betrug. Das Zwerchfell stand rechts ober
halb der 4ten, links am unteren Rande derselben Rippe. Die Herzspitze befand
sich am oberen Rande der 5ten Rippe. Die Lungen waren nirgends adhärent und
überall gesund. In den hinteren Parthieen der unteren Lappen war eine mässige
Hypostase mit geringem Luftgehalte, aber nirgends Herderkrankungen vorhanden.
Ich möchte an dieser Stelle noch eines Falles von Entzündung des Blind
darms und dessen Umgebung Erwähnung thun, den ich im vorigen Jahre an hiesiger
Klinik zu beobachten Gelegenheit hatte. Derselbe ist desshalb interessant, weil er
zeigt, dass die vielfach genannten Veränderungen in den hinteren Parthieen der un
teren Lungenlappen auch ohne dass gleichzeitig ein anhaltend hohes Fieber be
steht, vorzüglich durch die wegen heftiger Schmerzen im Bauchraum oberflächlich
ausgeführte Respiration entstehen können; andererseits verdient dieser Fall wegen
seines eigenthümlichen Verlaufes erwähnt zu werden :
Am I3ten Mai 1874 wurde ein 2 3j'ähriger schwedischer Schuhmachergeselle
wegen heftiger Schmerzen in der lleocoecalgegend aufs Llospital gebracht. Jenen
Schmerzen, welche seit 5 Tagen bestanden, waren heftige Durchfälle voraufgegan
gen, und seit 5 Tagen hatte sich Frösteln und Unbehagen eingestellt, wesshalb der
Kranke seit drei Tagen das Bett gehütet. Bei der Aufnahme klagte der zart ge
baute, blasse Kranke über heftige Schmerzen in der Gegend des Coecum, und hier
war durch die Palpation ein länglicher Tumor von elastischer Consistenz bemerkbar,
welcher sich etwa eine Hand breit in der Richtung des colon ascendens nach oben
erstreckte. Meteoristische Auftreibung des Leibes war nicht vorhanden. Der
Appetit war sehr gestört, die Respiration sehr frequent und oberflächlich. Bei der
Untersuchung der Brustorgane fand ich die Herzbewegungen in beträchtlicher Aus
dehnung sichtbar, so dass ihre Begrenzung durch eine Linie gegeben war, welche
hart am linken Sternalrande in der Höhe des unteren Randes des 2ten Rippen
knorpels beginnend gerade nach abwärts bis zum oberen Rande der 4ten Rippe
herabstieg; von hier in schräger Richtung gegen die linea mammillaris und in dieser

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