das Stethoscop war über den grossen Gefässstämmen ein rauhes Pericardiali eiben
hörbar. Stand des Zwerchfells rechts auf Höhe der 5 ten Rippe, links annähernd
auf derselben Höhe. Die vordere Brustfläche giebt mit Ausnahme des Theiles,
welcher der vergrösserten Herzdämpfung entspricht, einen hellen Lungenschall, und
über diesem hört man überall ein gutes vesiculäres Athmungsgeräusch. Hinten
geben die unteren Parthien beider Lungen einen gedämpften, wenig tympanitischen
Schall, die rechte Lunge bis zum unteren Schulterblattwinkel, die linke bis fast zur
Schultergräte hinauf. Tffie höher gelegenen Theile geben einen hellen Lungenschall
und lassen keine Anomalie erkennen. Auch ist hier das Athmungsgeräusch von
durchaus normaler Beschaffenheit. Ueber jenen gedämpften Stellen dagegen hört
man rechts an den tiefsten Theilen ein unbestimmtes, abgeschwächtes Athmungs
geräusch; etwas höher aber und links soweit das gedämpfte Schallgebiet reicht ein
lautes consonirendes Trachealathmungsgeräusch; nirgends eine Spur von Rassel
geräuschen. Die Kranke klagt nicht über Husten, noch über Seitenstechen. Die
Athmung sehr oberflächlich und frequent (40 Respirationen und darüber in der
Minute). Als später die Gelenke abgeschwollen, das Exsudat im Herzbeutel ver
schwunden war, blieben noch pericardiale Reibungsgeräusche bis zum 2ten IV.
hörbar; dagegen blieb das Verhalten der hinteren Lungenparthieen unverändert
dasselbe, und erst als die Kranke am 9ten IV. so weit genesen war, dass sie den
Grössten' Theil des Tages ausserhalb des Zimmers im Freien zubringen konnte,
waren wie mit Einem Schlage die abnormen Erscheinungen an den hinteren unteren
Lungentheilen verschwunden, und hatten völlig normalen Verhältnissen Platz ge
macht. Während der ganzen Dauer der Krankheit stieg die Temperatur nur einmal
auf 39,6 0 C., und schwankte sonst zwischen 38,6 0 und der normalen Höhe.
° Wie viel bei dieser Kranken der gleichzeitig vorhandene entzündliche Erguss
in den Herzbeutel, und wie viel andererseits die im höchsten Grade oberflächliche
Athmung, zu welcher die Kranke wegen der heftigen Schmerzen in den genannten
Gelenken’ am Brustkörbe gezwungen war, zur Entstehung des Collaps der hinteren
Lungenparthieen beigetragen, lässt sich nicht entscheiden. Ich habe bei anderen
von acutem Gelenkrheumatismus befallenen Kranken, deren namentlich in diesem
Jahre eine sehr beträchliche Anzahl der hiesigen Klinik zugeführt wurde, auf das
Entstehen des Lungencollaps mein Augenmerk gerichtet, und in denjenigen Fällen,
welche nicht mit Pericarditis complicirt waren, gefunden, dass diejenigen Kranken,
bei welchen die Gelenke im Brustkörbe mitbefallen waren, und die wegen heftiger
Schmerzen bei jeder Respirationsbewegung nur äusserst oberflächlich athmeten, der
Collaps der hinteren Lungenparthieen immer früher und ausgedehnter vorhanden
war, selbst wenn die Körpertemperatur die normalen Grenzen nur wenig über
schritten hatte.
Gestützt auf die sehr zahlreichen Beobachtungen, welche mein sehr verehrter
Lehrer Herr Professor Bartels über diesen Gegenstand während einer grossen Reihe
von Jahren gemacht hat, und unter Berücksichtigung der allerdings geringen Anzahl

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