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ihrem vorderen Rande mit der Rippenwand, so an ihrer Basis mit dem Zwerchfell
durch zarte, leicht trennbare ältere Adhaesionen verwachsen. Pleurahöhle leer.
Unter dem Pleuraüberzuge der rechten Lunge zahlreiche kleine Ecchymosen. An
der hinteren Oberfläche wechseln lufthaltige und luftleere (collabirte) Parthieen,
und auch an dieser Lunge ist der untere Rand gänzlich luftleer. Die Bronchien
in beiden Lungen ohne Veränderung. Die Organe der Bauchhöhle mit einem
eitrigen Belage bedeckt und in der Beckenhöhle ein ansehnliches Quantum eines
flüssigen, eitrigen Exsudates.
In einem anderen Falle bei einem 14jährigen jungen Mädchen, welches an
Peritonitis erkrankt war, gaben die Lungen zu beiden Seiten der Wirbelsäule von
unten bis hinauf zu den Schultergräten einen gedämpften Percussionsschall, und in
gleicher Ausdehnung hörte man lautes, klingendes Trachealathmungsgeräusch und
klingendes Rasseln. Vorn beiderseits über den Lungen schwaches vesiculäres
Athmungsgeräusch. Das Herz war in grosser Ausdehnung von Lungensubstanz
entblösst, so dass die Dämpfung desselben am 2ten linken Rippenknorpel begann,
und der Herzstoss im 4ten Intercostalraum nach aussen von der Mammillarlinie
sichtbar war. Ueber dem ostium pulmonale fühlte man mit dem tastenden P'inger
die Pulsationen der Arterie und den diastolischen klappenden Schlag der Semilunar
klappen derselben im 2ten linken Intercostalraum. Während sich in diesem Falle
die peritonitischen Erscheinungen und das Fieber sehr rasch verloren, und das
subjective Wohlbefinden wieder hergestellt schien, erhielten sich die physikalischen
Zeichen der Lungenverdichtung mit hoher Athmungsfrequenz noch etwa 14 Tage,
und erst als die Kranke das Bett verlassen hatte, verloren sich diese Symptome
allmälig und wurde das Herz wieder in normaler Weise von Lungensubstanz
bedeckt.
Diesen Fällen von Peritonitis könnte ich eine Reihe anderer von Puerperal
erkrankungen anschliessen, in denen das Bauchfell von exsudativen Processen ver
schont blieb, und dennoch ähnliche Erscheinungen an den Lungen sich zeigten,
wie in den eben beschriebenen.
Ein ferneres Beispiel für die rasche Entwicklung des Lungencollapses bei
schwer Fieberhaften, lediglich in Folge gezwungener Rückenlage, lieferte folgen
der Fall:
Dem 22jährigen, gross gewachsenen und kräftig gebauten Postillon L. war
auf der hiesigen chirurgischen Klinik am 25. April 1871 eine sarkomatöse Geschwulst
am linken Unterschenkel exstirpirt worden. Man hatte das kranke Glied in eine
Beinlade gelegt, und so war der Kranke zu beständiger Rückenlage genöthigt.
Wenige Tage nach der Operation war unter wiederholten Schüttelfrösten heftiges
Fieber eingetreten. Excessive Puls- und Athmungsfrequenz, die Temperatur in der
Axelhöhle stieg zeitweilig auf 41,0 0 C. Am 3. Mai waren die Herzbewegungen in
ganz auffallend grosser Ausdehnung links neben dem Sternum sichtbar. Im isten,
2ten, 3ten, auch noch im 4ten Intercostalraum sah man eine lebhaft undulirende

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