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Zwerchfelles und eine auffallende Entblössung des Herzbeutels beobachten. Zuweilen
findet man schon nach kurzer Dauer der Krankheit bei der physikalischen Untersuchung
die hinteren Theile der unteren Lungenlappen vollkommen verdichtet, und bei der
Leichenschau dem entsprechend grössere Infiltrate in den hinteren Parthien eines
oder beider unteren Lungenlappen.
Sei es mir gestattet einige vom Herrn Professor Bartels mir überlassene
Fälle als Beispiele hier anzuführen:
Die 25jährige M., Erstgebärende, früher stets gesund, wurde am 5. VI.
1871 von einem todt-en ausgetragenen Kinde entbunden und erkrankte gleich nach
Beendigung der Geburt mit Schüttelfrösten und Temperatursteigerungen bis 40 0 C.
Unter anhaltendem Fieber und sehr oberflächlichen Inspirationen entwickelte sich
bis zum 7ten ein starker Meteorismus. Stinkende Diarrhöen gingen unwillkührlich
ins Bett, der Leib war äusserst empfindlich, aber nie Erbrechen aufgetreten. Am
8. VI. war ein deutliches Unduliren der Halsvenen bemerkbar; der Stand des
Zwerchfelles im III. Intercostalraum, die Pulsationen der Arteria pulmonalis im 2ten
linken Intercostalraum in grosser Ausdehnung sichtbar, und daselbst der diastolische
Schlag vom Schlüsse der Semilunarklappen deutlich fühlbar. Die raschen ober
flächlichen Athemzüge wurden alle 5 bis 10 Minuten durch hastige tiefe Seufzer
unterbrochen. Nachdem am 9ten VI. sich Icterus eingestellt und die Kranke
comatös geworden, erfolgte am Abend der Pod. Section: 18 Stunden p. m.: Vor
Eröffnung der Brusthöhle wird die Trachea auf einem eingeführten Korkstöpsel
unterbunden, um das Entweichen von Luft und eine weitere Retraction der Lungen
zu verhindern. Leiche wohlgenährt von robustem Körperbau. Bauch stark aufge
trieben. Stand des Zwerchfelles am 4ten Rippenpaare. Nach Entfernung des
Brustbeines zeigen sich die Organe des Mediastinums bis zum Liaise hinauf von
Lungensubstanz entblösst. Beide Lungen weit in ihr cavum pleurae zurückgezogen,
die linke jedoch mehr, als die rechte, welche durch zahlreiche bandförmige Adhae-
sionen mit ihrem vorderen Rande an die Brustwand angeheftet war. Der vordere
Rand der linken Lunge ist ganz hinter dem knöchernen Theile der Rippen ver
steckt. Noch auf der Höhe des ersten Rippenknorpelpaares, wo sich die vorderen
Ränder der beiden Lungen am meisten nähern, beträgt der Abstand beider von
einander 4 Ctm. Im Herzbeutel wenig klares Serum, Herz von normaler Grösse.
Klappenapparat normal; nur an der Vorhofsfläche der 2zipfligen Klappe einzelne
hahnenkammförmige 1 Mm. hohe Wärzchen. — Die linke Pleurahöhle leer; die
linke Lunge ganz frei beweglich in ihrem Pleurasacke, von geringem Volumen. Der
Rand der basis-pulmonis luftleer, gegen die untere Lungenfläche umgebogen. Die
ganze hintere Fläche der Lunge luftleer, dunkel blau-roth gefärbt, unter dem
Niveau der weiter nach vorn gelegenen, lufthaltigen Theile eingesunken, von leder
artig zäher Consistenz. Am unteren Rande des oberen Lappens ein reichlich haselnuss-
grosser Herd, keilförmig mit der Basis an der Pleura und über die Umgebung
prominent, von schwarz-rother P"arbe und brüchig. Die rechte Lunge, wie an

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