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Im Uebrigen spielen sich die im ersten Stadium aufgetretenen Erscheinungen
weiter ab; meistens regressiver Art: zurückgehende Lähmungen, sich resorbirende
Blutergüsse.
Weiterhin können dann die das entzündliche Stadium einleitenden diffusen
Hirnsymptome nachlassen und Heerdsymptomen Platz machen, welche von Abcess-
bildungen innerhalb der Hirnsubstanz oder zwischen dura und Cranium abhängen mögen.
Eines Symptoms im zweiten Stadium müssen wir noch Erwähnung thun, welches
die Diagnose einer Fissur vervollständigen kann, der sichtbaren Granulationsbildung
im äussern Gehörgang. Eruns hat Ausfluss von Eiter aus dem äussern Gehörgang,
wenn er einige Zeit; nach einer vorausgegangenen heftigen Kopfverletzung auftritt und
sich zu anderen Zufällen hinzugesellt, welche auf einen Bruch des Felsenbeins hin
deuten, als ein weiteres Zeichen zur Bestärkung und Bestätigung der früher gestellten
Diagnose hingestellt. Dieselbe Bedeutung scheint uns den Granulationen zuzukommen.
Es ist bei den Ohrblutungen schon angeführt, dass die Fissur nach aussen vom
Trommelfell verlaufen kann durch die Wand des Gehörgangs entweder in der Längs
richtung des Felsenbeins, oder schräg oder quer. Dass dies vorkommt, beweist ein
Sectionsbefund, wo eine vom rechten Stirnbein ausgehende Fissur sich durch das
Sieb- und Warzenbein auf das linke Felsenbein fortsetzt. Bei einem horizontalen
Durchschnitt durch den äusseren Gehörgang zeigt sich das Trommelfell erhalten;
Riss in der vordem häutigen Wand des äusseren Gehörgangs und Eractur des ent
sprechenden Theils des knöchernen Gehörgangs. —
Granulationsbildung im äussern Gehörgang wurde 2 mal gesehen, 1 mal in der
obern Wand; es war Blutung aus demselben Ohr gewesen, Ekchymosis mastoidea,
Verlust des Gehörs auf kurze Zeit, vollständige Facialislähmung. Bei der Entlassung
Alles normal bis auf eine schwächere Energie des Facialis. Im 2. Fall war die
Granulationsbildung an der untern Wand-Blutung aus beiden Ohren, beiderseits Ekchy-
mosis mastoidea. Nach 3 Wochen Trommelfell beiderseits normal. — Ein immerhin
zweifelhafter Fall. —
Die weiteren Ausgänge der Schädelfracturen mit ihren mittelbaren oder un
mittelbaren Nachkrankheiten, wie Geistesstörungen, chronischen Abcessbildungen etc.
lassen wir hier ausser Acht.
In Bezug auf Diagnose, Prognose und Therapie können wir weiter nichts
Neues bieten; es hiesse leeres Stroh dreschen, wenn wir dieselben einer Besprechung
unterzögen, da sie in den angeführten Handbüchern erschöpft sind. Es handelte sich
hier darum, die beobachteten Krankheitserscheinungen und Sektionsresultate nach all
gemeineren Gesichtspunkten zusammenzufassen, zu schematisiren, durch eine ganze
Reihe solcher Versuche, von denen unser nur ein kleines Glied bedeuten kann, ist

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