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dann zu sich, bleibt bei klarem Bewusstsein etwa einige Stunden, fällt dann wieder
in Bewusstlosigkeit, die tiefer und tiefer wird, und zu der sich dann weitere Symptome
als Consequenzen des Hirndrucks hinzugesellen. — Hier kann eine richtige Auffassung
der Erscheinungen besonders in ihrer Aufeinanderfolge für die einzusclilagende Therapie
von wesentlicher Bedeutung werden; treten zu der Bewusstlosigkeit, welche erst eine
Zeit lang nach der Verletzung sich einstellt, die übrigen Erscheinungen des durch
Bluterguss bewirkten Hirndrucks hinzu, also besonders Pulsverlangsamung, tiefe, lang
same , schnarchende Respiration, dann Erbrechen, halbseitige Lähmungen, Pupillen
differenz, nehmen diese Erscheinungen progressiv zu, so dass sie voraussichtlich das
lethale Ende herbeiführen werden, tritt also frequenter, kleiner, unregelmässiger Puls,
beschleunigte, unregelmässige Respiration auf, so kann gewiss die Trepanation in
Frage kommen. Es sind in der Literatur Fälle verzeichnet, wo die Kunst auf diese
Weise lebensrettend eingegriffen hat. (siehe Bruns S. 925 fl.) Aber ein solcher
Eingriff hat natürlich nur Berechtigung, wo eine sichere Localisation des Blutheerdes
nach menschlicher Berechnung möglich ist. Es darf nicht ein Symptom maassgebend
sein, sondern das Nebeneinander und Aufeinander sämmtlicher Erscheinungen muss
den Ausschlag geben. Derartige Fälle von Hirndruck finden sich unter den unsrigen 3 mal;
am typischsten ist folgender: ein 14jähriger Knabe erhält Mittags 1 Uhr im Stieit
einen Wurf mit einem Holzpantoffel gegen die linke Schläfe, stürzt nicht nieder, geht
unmittelbar darauf die 40 Stufen hohe Treppe zu der Wohnung seiner Eltern hinauf;
heftige Kopfschmerzen, bleibt trotzdem nicht zu Hause, geht aus zu arbeiten, kommt
nach 2 Stunden wegen unerträglicher Kopfschmerzen wieder nach Hause; zog sich
aus, sprach ganz vernünftig, erbrach y4 St. später, trank dann ein Glas Wasser, legte
s ich hin und schlief ein; war dann nicht aus dem Schlaf zu erwecken. Um 4V4 Uhr
Respiration regelmässig, beschleunigt, Puls klein, frequent, linke Pupille gegenüber der
rechten bedeutend erweitert. 1 / i St. später Puls kaum zu fühlen, das Athmen wurde
seltener, stertorös ; um 4 3 / 4 Uhr Tod. — Bruch des Schädels in der linken Schläfen
gegend, welcher die A. mening. med. trennte. Ablösung der dura mater in der linken
mittleren Schädelgrube und am linken Scheitelbein, aufwärts in Ausdehnung eines
Handtellers. Dura nicht zerrissen. Dieser Fall hätte sich wohl zur Trepanation ge.
eignet, wenn er von vorneherein beohachtet wäre. Wir haben bei der Aufzählung der
Durcksymptome schon eine Reihe diffuser Erscheinungen genannt, die im ersten
Stadium auftreten können: Erbrechen, Pulsverlangsamung, tiefe, schnarchende Respiration.
Dieselben Symptome kommen auch der Commotio zu, so dass wir hier wieder in
der Lage sind, zwischen Commotio und Compressio cerebri unterscheiden zu müssen.
Prescost Hewett sagt grade zu: Hirnerschütterung und leichte Fälle von Hirndruck
sind nicht zu unterscheiden. Für die fertigen Kranheitsbilder ist dies gewiss richtig ;

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