mit Nothwendigkeit durch Commotio bedingt sein? Sehen wir von der acuten Hirn
anämie bei acuter allgemeiner Anämie durch starken Blutverlust, in Folge der Schädel
oder gleichzeitiger anderweitiger Verletzungen ab, so kommt als Ursache der Bewusst
losigkeit neben der Commotio blos der Hirndruck in Betracht. Hirnquetschung macht
an und für sich keine Bewusstlosigkeit. Hirndruck im ersten Stadium kann herrühren
von einem deprimirten Knochenstück oder einem Blutextravasat; von eingedrungenen
Fremdkörpern abstrahiren wir. Beide Momente, Depression und Bluterguss, können
gleichzeitig vorhanden sein; jedes derselben kann mit Commotio combinirt sein. Also
ein sehr complicirtes Krankheitsbild! Halten wir uns an das Thatsächliche, so können
wir zunächst den Hirndruck durch Depression eines Knochenfragments als selten be
zeichnen. In den 23 tödtlichen Fällen ist 3 mal erwähnt, dass ein Fragment tiefer
stand; 2 mal war Bewusstlosigkeit vorhanden, aber jedesmal grosses Blutextravasat.
Im 3. Fall war P. unbesinnlich. Es lässt sich a priori eine allgemeine gültige Be
stimmung nicht treffen, wie ausgedehnt, wie tief die Depression sein muss, um durch
Druck Bewusstlosigkeit hervorzubringen. Hier ist der therapeutische Erfolg maass
gebend. Ist bei einer Depression Bewusstlosigkeit vorhanden und dieselbe verschwindet
nach Elevation des deprimirten Knochenstücks, so war die Depression Ursache der
Bewusstlosigkeit; dauert diese fort, so kann sie von Commotio oder von einem Blut
erguss herrühren. Der Commotio und Depression ist das gemeinsam, dass sie unmittelbar
nach der Verletzung Coma machen, während dies beim Blutextravasat erst nach einem
gewissen Zeitintervall auftritt. Commotio und Depression haben wir unterscheiden
gelernt; natürlich in reinen Fällen. Das Blutextravasat, welches Erscheinungen von
Hirndruck macht, ist characteristisch in seinem Verlauf: es entsteht allmählich, nimmt
stetig zu, ebenso auch die durch dasselbe gesetzten Erscheinungen; es muss erst ein
gewisses Volumen erlangt haben, ehe es die Circulation und Functionirung der be
treffenden Hirntheile beschränken oder aufheben kann, da das Gehirn einen leichten,
besonders einen allmälig wachsenden Druck bis zu einer gewissen Grenze ertragen
kann. Daher der freie Intervall zwischen Verletzung und Auftreten der Druck
erscheinungen, die mit Bewusstlosigkeit einsetzen. Damit aber diese Erscheinungen
typisch zu Tage treten, ist Vorbedingung, dass der Kranke nicht bereits bewusstlos
ist, sei es in Folge von Hirndruck durch ein deprimirtes Knochenstück oder von
Commotio. Das Letztere ist gewiss ein häufiges Vorkommniss. Die Commotio ist in
diesen Fällen so anhaltend, dass sie im Moment des Auftretens von Druck noch nicht
abgelaufen ist; beide Factoren summiren dann ihre Wirkungen. Bei geringem Grade
von Commotio kann diese bereits verschwunden sein, ehe sich die Wirkungen des
Hirndrucks durch das Extravasat geltend machen. Der Verletzte wird gleich nach
dem Trauma bewusstlos, vielleicht nur einige Minuten, x j 2 Stunde (Commotio), kommt

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