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Hirnfurche, der mit den andern Blutergüssen in Verbindung steht. Bohnengrosser
Bluterguss unter den Corpora quadrigemina. Unbedeutendes Atherom der Aorta
und Mitralis.
Wenden wir uns jetzt zu den klinischen Erscheinungen, welche die Schädel
brüche machen.
Eine Schädelfractur kann ganz symptomlos verlaufen, kommt zur Heilung und
wird als zufälliger Leichenbefund entdeckt. Die der Fractur als solcher zukommenden
Symptome sind meistens irrelevant. Das Krankheitsbild wird beherrscht von den
durch gleichzeitige Verletzungen des Hirns, seiner Häute, von Blutgefässen oder
Nervenstämmen innerhalb der Schädelhöhle gesetzten pathologischen Erscheinungen.
Diese bieten in ihrem Auftreten eine ausserordentliche Mannigfaltigkeit, wie es aber
dem reichen, empfindlichen Schädelinhalt nahe liegt. Trotzdem beobachtet man in
der Aufeinanderfolge der Symptome eine gewisse Regelmässigkeit; wir wollen 2 Sta
dien unterscheiden und das erste mit dem Moment begrenzen, wo die entzündliche
Reaction, sei es aus was für Ursachen eintritt. Dies ist nach Uebereinstimmung der
Autoren der 3—5. Tag. Die entzündliche Reaction kann ausbleiben, wie die symp
tomlos verlaufenden Fälle beweisen; da handelt es sich wohl stets um reine Schädel-
f-racturen ohne Mitverletzung des Schädelinhalts. Oft schliesst das Bild im ersten
Stadium ab; in unsern Todesfällen starben 15 innerhalb der ersten 24 Stunden; von
den 8 nachbleibenden überlebte blos einer den 3. Tag. In böige dessen ist die
Symptomatologie bei den tödtliehen Schädelbrüchen sehr unvollständig; dazu kommt,
dass die Patienten meist comatös aufgenommen gar nicht erwachen, so dass manche
Lücken in der Feststellung der Symptome bleiben. Hier haben wir nun die 11 ge
nesenen Fälle herangezogen, die wenn auch nicht sicher als Fracturen constatirt, nach
den klinischen Erscheinungen doch als solche aufgefasst werden mussten.
Die Symptome bei Schädelfracturen zeigen sich als krankhafte Functionirung
des Hirns oder der vom ihm ausgehenden Nerven, dieselbe kann gesteigert oder
herabgesetzt sein ; Steigerung und Herabsetzung lassen sich auf dieselbe Quelle zu
rückführen, mangelhafte Ernährung des Hirns durchCirculationsstörung (Bergmann S. i91).
Die sonst übliche Unterscheidung zwischen diffusen und Heerdsymptomen bei
Hirnkrankheiten ist auch hier am Platz.
Idas Gewöhnliche ist, dass im Anfang die diffusen Krankheitssymptome dominiren.
Die Kranken bieten meistens das Bild der Commotio, sind bewusstlos. Unter 34 Fällen
trat Bewusstlosigkeit nach der Verletzung 20 mal ein, in 7 Fällen ist das Fehlen der
selben ausdrücklich notirt, in den übrigen 7 sind die Angaben zweifelhaft. — Die
Dauer dieser Commotio ist sehr verschieden, variirt von Minuten zu Stunden und
Tagen. Hier wirft sich unwillkürlich die Frage auf: muss denn die Bewusstlosigkeit

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