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Dass Prescost’s Angaben und unsere hier sich nicht decken, liegt auf der
Hand. Worin das beruhen mag, ist nicht abzusehen; vielleicht in der kleineren Anzahl der
Fälle. Jedenfalls fällt es uns nicht bei, Prescost irgendwie anzuzweifeln, da alle seine An
gaben auf Jhatsachen fussen. Aber es schien angezeigt, diese Differenz hervorzuheben.
In Bezug auf die übrigen Blutergüsse ist wenig zu bemerken. . Die Blutergüsse
in die Hirnsubstanz sind wohl zum Theil als leichte' Contusionen zu deuten. Reine
Blutergüsse in die Hirnsubstanz (die weisse) sind in 2 Fällen: 1 mal hühnereigrosser
Blutheerd im linken Vorderhirn, gleichzeitig bohnengrosser unter den Corpora quadri
gemina; 1 mal hühnereigrosses Extravasat im linken Mittellappen, beide Male diametral
gegenüber der getroffenen Stelle des Schädels. In den 3 andern Fällen sassen die
Blutergüsse in der grauen Substanz, einmal zum Theil auch in der Nähe eines
Quetschheerdes.
Nächst den Blutergüssen verdienen die Quetschungen des Hirns unsere Be
achtung. Ueber den Sitz derselben sagt Bruns *) im Anschluss an das Expose über
das Zustandekommen der Hirnquetschung, dass dieselbe in der Regel grade unter der
von aussen her getroffenen Schädelstelle an der Oberfläche des Gehirns zu Stande
kommen muss, dass sie aber auch an der grade entgegengesetzten Stelle der Hirn-
obei fläche zugleich mit ersterer oder auch ohne sie Vorkommen kann, letzteres zumal
bei grosser Heftigkeit der einwirkenden Gewalt. Nach Bergmann entspricht der Ort
der Contusion bei Einwirkung von Körpern mit geringer Flächenausdehnung in der
Regel der Stelle, an welcher der Schädel getroffen wurde, bei Körpern mit breiter
Angriffsfläche liegt er entweder auch unter der Stelle des Anpralls, oder aber dieser
grade gegenüber oder endlich gleichzeitig an beiden Stellen. Er unterscheidet dann
Quetschwunden, die so gut wie auschliesslich an der Convexität der Hemisphären liegen,
und Quetschungen im engeren Sinne, die blos wenn eine streng localisirte Einwirkung
sie verursachte, sich an der Convexität finden, bei Sturz aus der Höhe und Angriffen
von Körpern mit verhältnissmässig breiter Oberfläche, entgegengesetzt der gewöhn
lichen Annahmen grade die Basis einnehmen. Dasselbe sagt Prescost Hewett, & dessen
Angaben auch von Bergmann citirt sind ; derselbe fand bei 36 Fissuren, die von ver
schiedenen Th eilen des Gewölbes zur Basis gingen und mit Quetschungen verbunden
waten, die Convexität der Hemisphären blos 5 mal gequetscht. Nach Prescost ist
die Contusion selten auf die getroffene Stelle beschränkt mit Ausnahme der Fälle, wo
der Knochen deprimirt ist. Bei unsern 23 Schädelbrüchen fand sich in 14 Fällen
Hirnquetschung; dieselbe hatte ihren Sitz an der Stelle der Gewalteinwirkung 5 mal;
in diesen 5 Fällen war 4 mal gleichzeitig ein diametral entgegengesetzter Ouetsch-
heerd vorhanden, so dass also nur einmal die Quetschung auf die getroffene Stelle
0 Bruns Handbuch der Chirurgie, I. Band, S. 774.

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