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Worin diese Regelmässigkeit der Ausbreitung begründet ist, mag zweifelhaft
erscheinen. Wir wollen uns an das 1 hatsächliche halten und das Fheoietisiren
vermeiden. —
Ein Fall von Basalbruch durch Contrecoup im alten Sinne ist in unserm
Material nicht vertreten.
Dass die Bruchlinie nicht von der Basis ausgeht und von dieser auf das Ge
wölbe ausstrahlt, sondern umgekehrt, das beweisen solche Fälle, wo bei demselben
Causalmoment, wie es bei der grossen Mehrzahl dieser Basalbrüche vorliegt, die Fissur
auf die getroffene Stelle des Schädelgewölbes beschränkt ist: Ein Mann fiel 4 Stock
werk hoch herab in einen Keller, 2 Zoll lange, etwas klaffende Fissur im rechten
Seitenwandbein, von der Theilung der Lambdanaht nach dem Ohr hin verlaufend. —
Ein anderer Mann fällt auf ebener Erde um, schlägt mit dem Kopf gegen einen kant
stein : Risswunde in der rechten Stirngegend, Knochen nicht entblosst, Stirnbein intact,
Diastase der Kronennaht bis auf das rechte Viertel, mit Eröffnung der A. mening, med.
Bei den Schädelbrüchen durch directe Gewalt ist 2 mal sogenannter fortge
setzter Bruch Aran’s vorhanden, 1 mal ist die Fissur auf die getroffene linke Schläfen
gegend beschränkt. -- Dass individuelle Verhältnisse: Jugend, Brüchigkeit der Knochen,
Kraft und Richtung der einwirkenden Gewalt, Aufschlagsfläche auf den Verlaut und
die Ausbreitung der Bruchlinie einwirken, liegt wohl nahe. Den weiteren Sections-
befund werden wir nur insoweit einer Besprechung unterziehen, als er für die Symptom
atologie Bedeutung hat; es handelt sich da wesentlich um die traumatischen Blutergüsse,
sowie um die Verletzungen des Hirns und seinei Häute.
Was die Häufigkeit der Blutergüsse anlangt, so fand sich Bluterguss
zwischen dura mater und Cranium ... 14
im Cavum arachnoidale 7 !>
» » subarachn 6 »
unter der pia mater 3 *
in der Hirnsubstanz 5 *
In mehreren Fällen waren Blutergüsse verschiedener Art neben einander vor
handen. — Am häufigsten sind jedenfalls die Extravasate zwischen Dura und Cranium.
Die Aufhebung des normalen Zusammenhangs zwischen harter Hirnhaut und
Schädel erklärt sich aus den durch äussere stumpfe Gewalteinwirkungen bewirkten
Formveränderungen des Schädels, welche nicht ohne entsprechende Dehnung, Zerrung
oder Verziehung der dura an der Innenfläche des Schädels vor sich gehen können,
und welche nach den verschiedenen Graden der Adhärenz zwischen dura und Schädel
nicht nur unter der getroffenen Stelle des Schädels selbst, sondern auch grade an der

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