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lichere Absonderung der Nieren und damit eine Abnahme der pathologischen Ergüsse.
Es stellt sich also heraus, dass auch hier, unter anomalen Verhältnissen die Abson
derungsmengen durch Haut und Nieren keineswegs einander umgekehrt proportional
sind, sondern vielmehr im Ganzen und Grossen einander parallel gehen. Uebrigens
ist ja auch eine gleichzeitige vermehrte Ausscheidung von Wasser auf verschiedenen
Wegen unter vormalen Verhältnissen eine nicht seltene Erscheinung, so dass von
einem eigentlichen Antagonismus :: j zwischen der Wasserausscheidung durch die ver
schiedenen Organe nicht die Rede sein kann.'”')
Wenn es nun auch aus den vorstehenden Beobachtungen klar wird, auf welchem
Wege sich der Organismus unter solchen Umständen des überschüssigen Wassers
entledigt, wenn wir auch einsehen, welcher Art der vielgerühmte Erfolg der warmen
Bäder bei hydropischen Zuständen ist, so bleibt uns doch immer die Frage, wie man
sich den Zusammenhang zwischen den beiden Organen der Ausscheidung zu denken hat.
Ich habe auf Grund des obenbesprochenen anatomischen und klinischen Be
fundes bei parenchymatös entarteten Nieren versucht, mir diese Verhältnisse zu deuten.
Zunächst ist ohne Zweifel der Widerstand, welchen die durch Vergrösserung und
Auflockerung der Epithelien geschwellten Nieren dem Eindringen des arteriellen Blutes
entgegensetzen, ein vergrösserter. Ferner wird durch die im Verhältniss zur Ein
fuhr äusserst geringfügige Abscheidung von Flüssigkeit die Blutmasse bedeutend ver
mehrt und zwar unter relativer Abnahme der festen Bestandtheile. Durch den grösseren
Widerstand in den Nieren und die vermehrte Blutmenge wird dem Herzen eine
grössere Last aufgebürdet. Dieses würde nun in einem gut ernährten Körper durch
Hypertrophie den gesteigerten Ansprüchen nachkommen; da aber die Ernährung
durch die oben genannten Einflüsse herabgesetzt ist, so kommt es zu einer solchen
Compensation nicht und das im Körper zurückgehaltene Wasser tritt unter gesteiger
tem Druck als Oedem in die Gewebe des Körpers. Gelingt es, die Blutmasse durch
reichliche Wasserausgaben im Schweiss zu vermindern, so wird der Herzmuskel die
jetzt verringerte Last zu grösserer Höhe heben können, d. h. der arterielle Druck
wird steigen. Damit wird sich dann auch der Druck in den Glomerulis der Nieren
heben, welcher nun leichter den anomalen Widerstand der geschwollenen Epithelien
*) RaNCKE, Physiol, p. 544.
**) LUDWIG, Physiol. B. II, p. 409.

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