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auf beginnende Urämie zu deuten waren. Doch gelang es durch warme Bäder unter
sehr starken Schweissen die Urinsekretion schnell zu steigern und die drohende Ge
fahr abzuwenden. Schon nach ca. 8 Tagen war der Hydrops fast gänzlich geschwunden;
die urämischen Anfälle traten nicht wieder auf. Leider wurden während dieser Er
eignisse keine Beobachtungen über das Verhältniss zwischen Aufnahme und Ausscheidung
des Wassers gemacht, —
Fall VI, Wilhelm S,, 37 Jahre alt, Ingenieur. P. hat sich lange in Wilhelms
hafen, einem von Intermittens stark belästigten Ort aufgehalten und will sich ausserdem
beim Baden häufig Erkältungs-Ursachen ausgesetzt haben. Anfang August 73 bemerkte
er, dass seine Knöchel zu schwellen anfingen; 14 Tage später stellte sich auch periodisch
Schwellung- der Hände und des Gesichts ein. Es wurde ihm von einem zu Rathe
gezogenen Arzt Bettruhe und eine energische Schwitzkur angerathen. Nach 8 Wochen
war der Hydrops beseitigt, stieg aber, als Patient jetzt seine Geschäfte wieder auf
nahm, schnell zu bedeutender Höhe, so dass P. mit hochgradigem Hydrops universalis
sich in die Klinik aufnehmen lassen musste. Im Harn, der sehr spärlich gelassen
wurde, ward viel Eiweiss, zahlreiche weisse, wenig rothe Blutkörperchen, viele hyaline
Cylinder und Epithelien gefunden. Am Herzen und über den Lungen nichts Abnormes.
Die nachstehende Tabelle zeigt wieder das Verhältniss der eingenommenen
und ausgegebenen Flüssigkeiten während des Gebrauches heisser Bäder und nach
folgender 2—3 ständiger Schwitzkur. Die Zeit der Beobachtung erstreckte sich vom
zoten Februar bis zum xoten April 74; es sind jedoch nur theilweise die Resultate
hier angegeben,
März 2,pstdg. Flüssigk. 24stdg. Harn. Spec. Gew.
0
4
5
6
7
8
9
10
11'
2800
2550
2550
2850
3250
3050
3000
3600
3700
3 1 °o
750
680
600
650
775
800
700
650
600
625
102
j
1024
1022
1022
1020
1020
102 i
1021
1022
1022
%•
26
26
26
23
18
16
20
In i o Tagen
22,3 % durchschnittlich
ausgeschieden

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