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gesunken zu sein. Da aber gleichzeitig 2650 — 3800 — 4050 — 53°° — 455°
— 4900 — 4550 Cm. Flüssigkeit aufgenommen wurden, so ergiebt sich eine pro-
centische Ausscheidung (29800 : 7900) von nur 26 %. In beiden Fällen bestand
ein sehr hochgradiges Oedem.
Wir sehen also, das neben einer anscheinend ganz genügenden Abgabe von
Wasser durch den Harn, doch noch beträchtliche Mengen nicht zur Ausscheidung ge
langen können. Dieser Umstand aber ist von nicht geringer Bedeutung für die Lehre
von der Entstehung des Hydrops bei Nierenkranken überhaupt.
Von vorne herein ist es ja sehr wahrscheinlich, dass eine Retention von
Wasser im Körper stattfinden wird, sobald die Ausgabe desselben durch die Nieren
durch Erkrankungen dieser Organe verhindert wird. Denn nehmen wir auch eine
Vermehrung der Wasserausscheidung durch die Lungen in solchen Fällen an, wie sie
Ferrer*) wahrscheinlich gemacht hat, rechnen wir noch hinzu, dass der Organismus
häufig genug durch profuse Durchfälle sich des Wasserüberschusses zu entledigen
sucht, so wird diese vicariirende Steigerung der Ausgaben auf andern Wegen doch
nie für so bedeutende Leistungen, wie ich sie oben als nothwendig nachgewiesen,
einen ausreichenden Ersatz bieten können. Zu dem weist uns das Entstehen der
Hydropsieen deutlich auf den Verbleib eines grossen Theiles des zurückgehaltenen
Wassers hin.
So giebt'denn auch schon Vogel**) an, dass während der Dauer der Wasser-
suchten der Urin sparsam ist, - sowie die Urinmenge beträchtlich zunimmt, vermindert
sich oder schwindet die Wassersucht.« Die entgegengesetzte Ansicht F. Niemeyer’s,***)
dass der Hydrops nicht direkt von der Retention von Wasser abhängen könne »weil
sehr oft während einer reichlichen Ausscheidung von Flüssigkeit durch die Nieren
sich der Hydrops entwickelt,« glaube ich aus dem oben angegebenen. Umstand er
klären zu können. Eine beweisende Bestätigung der Vogel sehen Ansicht würde
offenbar in dem Nachweis eines genau parallelen Ganges einerseits des Hydrops
andrerseits der Wasserausscheidung durch die Nieren liegen. Ich glaube diesen Nach
weis liefern zu können und führe dafür eine I abelle an, die sich auf einen der schon
oben genannten Fällen von Nephritis parenchymatosa bezieht.
*) Archiv f. Heilkunde B. I. p. 250,
**) Archiv, f. gern. Arb. B. I. p. 135.
***) Lehrbuch d. spec. Path. u. Then 8. Aufl. B. II. p. 23.

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