Versuchsreihe, deren Resultate in dieser Hinsicht von der früheren bedeutend ab
weichen, zu der Hypothese einer »von der früheren ganz verschiedenen Ab- und
Zunahme der Spannkraft des Nervensystems« greifen muss.* **) )
Endlich kann kein Zweifel darüber sein, dass wir in den Nieren selbst, auch
abgesehen von den oben genannten vasomotorischen Einflüssen, Vorrichtungen besitzen,
welche wesentlich an der Regulirung des Wassergehaltes des Körpers betheiligt sind.
Dies geht aus den folgenden Erfahrungen hervor: ) legt man die Ureteren bei einem
Thiere frei und beobachtet die von jeder Niere abgesonderte Harnmenge, so stellt
sich heraus, dass die abgesonderten Quantitäten verschieden sind, obwohl doch beide
Nieren unter dem Einfluss des allgemeinen Blutdrucks und der damit verbundenen
Umstände stehen. Auch ist dieser Unterschied nicht ein konstanter, wie es doch
sein müsste, wenn dies Verhältniss von dem anatomischen Verhalten der absondern
den Elemente abhängig wäre, sondern die grössere Menge findet sich bald von der
einen, bald von der andern Niere in gleichen Zeiträumen abgesondert. Berner funktionirt,
wenn man den einen Ureter für einige Zeit schliesst, nach Lösung der Ligatur die
betreffende Niere wesentlich stärker, wobei der Harn ein verdünnterer wird.
In wie weit die Nerveneinflüsse sich im einzelnen Ball auf die Harnsekretion
• reitend machen, entzieht sich selbstverständlich der Beobachtung am Lebenden
o
vollständig.
Fassen wir das Vorstehende zusammen, so haben wir also folgende bestimmende
Momente für die Ausscheidung des Wassers im Blarn:
1. Den Wasserreichthum des Organismus von der Einfuhr der Flüssigkeit.
2. Die Menge der zugeführten Flüssigkeit.
3. Die äussern Einflüsse, welche die vermehrte Ausgabe auf andern Wiegen,
besonders also durch Haut und Lungen reguliren.
4. In den Nieren selbst gelegene Momente,. welche durch deren physiologischen
Zustand bedingt sind.
Gelingt es nun, die drei ersten Punkte in ihrem Einfluss festzustellen, so muss
sich der vierte, nämlich die Funktion der Nieren genau ermitteln lassen. Leider ent
zieht sich aber, wie schon oben bemerkt, die Ausgabe durch Lungen und Haut einer
einfachen Untersuchungsmethode gänzlich. Es musste also dieser Punkt bei den
nachstehenden Untersuchungen durchaus vernachlässigt werden. Allerdings aber ist
zu bemerken, dass sich alle Personen, an denen die Versuche angestellt wurden,
andauernd im gleichmässig geheizten Zimmer und im Bett befanden, so dass also
der Werth für die Ausgaben von Blaut und Lungen durch Muskelbewegung, Tem-
*) 1. c. p. 423. Anmerkung.
**) Kühne, physiol. Chem. p. 529.

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