Versuches vor und suchte sowohl während dieser, als während der eigentlichen Ver
suchszeit durch eine möglichst gleiche Lebensweise die allgemeinen Bedingungen
gleichwerthig zu machen. In den ersten Versuchsreihen beobachtete er die Aus
scheidung von Wasser im nüchternen Zustand; nachdem durch diese wenigstens an
nähernd constante Werthe ermittelt waren, trank F. bestimmte Mengen Flüssigkeit
und stellte den Gang der Ausscheidung graphisch durch Curven dar. Er fand bei
diesen Versuchen, die sich im Ganzen auf vier belaufen, dass die vermehrte Auf
nahme eine derartige Ausscheidung zur Folge haben, dass die gefundene Curve ein
fach anf diejenige aufgesetzt erscheine, welche von der Ausscheidung im nüchternen
Zustand entworfen war. Diese Beobachtung stimmt aber nicht ganz mit dem überein,
was andre Experimentatoren fanden; sie wird auch theilweise durch die weiteren
Versuche F’s. selbst widerlegt. In den nächsten Untersuchungsreihen nämlich Hess F.
sich die betreffenden Flüssigkeitsmengen in das Rectum injiziren und beobachtete
wiederum die Abscheidung durch die Nieren. Und hier zeigt sich, wenigstens in drei
von den ausgeführten Versuchen eine ganz beträchtliche Abweichung von dem oben
angegebenen Resultat. In dem einen Fall überstieg die ausgegebene Harnmenge
bedeutend die Einnahme, in den andern blieb sie weit hinter derselben zurück. F.
selbst will diese Differenz auf die Veränderung der Resorption durch den Darm, die
durch Anhäufung von Fsecalmassen im Rectum veranlasst sei, zurückführen. In dem
einen Fall, in dem während der Versuchszeit eine Stuhlentleerung stattfand, ist ein
Verlust durch diese möglich, in dem andern ist dieselbe nicht wahrscheinlich. Viel
eher möchte ich glauben, dass dieser Umstand auf ein andres Verhältniss zu beziehen
ist, auf welches auch schon Ferber verweist.
Ferber *) stellte die bezüglichen Versuche gleichfalls an sich selbst an und
zwar unter ähnlichen Vorsichtsmassregeln, wie Falck. Hierbei zeigten sich ganz be
trächtliche Abweichungen von dem genannten Gesetz Falck’s ; zwar fand sich im
Ganzen gleichfalls eine Steigerung der Harnsekretion bei vermehrter Wasseraufnahme,
die beiden Werthe erscheinen aber durchaus nicht immer gleich gross oder auch nur
einander proportional. So wurden bei einem Versuch von 600 Ccm. aufgenommenen
Wassers nur 224 Ccm. wieder abgeschieden, während sich in einem andern Fall die
Ausgabe von derselben Menge auf 535 Ccm. stellte. Ferber selbst macht denn auch
darauf aufmerksam, dass der Zustand des Körpers vor dem Versuch hier von grosser
Wichtigkeit sein muss und beweist, dass jedes Mal, wenn bei den Versuchen eine
auffallend geringe Menge des aufgenommenen Wassers in der Ausscheidung erschien,
eine Verarmung des Körpers an Wasser vorhergegangen war. »Es war also dann
*) Archiv i. Heilkunde B. I. p. 244 ff.

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