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schaumig von der Abscheidung des Wassers wichtig. Nach Ludwig ist diese im
Wesentlichen auf einen Filtrationsvorgang zurückzuführen.
Die Blutgefässe stehen bekanntlich durch die Glomeruli der Niere mit den
Harnkanälchen in engster Verbindung und unter den, arteriellen Druck in denselben,
welcher durch die weitere Verzweigung und Auflösung der Vasa efferentia in Capdlaren
noch bedeutend erhöht wird, filtrirt das Blutwasser durch die Wandung der Knäuel
hindurch in die Harnkanäle. Hier findet dann noch ein Austausch durch Diffusion
mit den umspinnenden Blut- und Lymphgefässen statt, wodurch der Harn je nach
Gehalt an festen Stoffen und Absonderungsgeschwindigkeit mehr oder weniger wesent
liche Veränderungen erleidet. Das Hauptmoment bei der Absonderung des Harn
wassers ist die Differenz des Druckes einerseits im arteriellen Systeme, andrerseits
in den abführenden Canälen, Vermehrend müssen also alle Einflüsse wirken, welche
den arteriellen Druck erhöhen oder den Widerstand in den Harnkanälen herabsetzen,
vermindernd die entgegengesetzen Verhältnisse. Auf die Verminderung des Harnes
durch vermehrten Widerstand, wie man ihn auch künstlich durch Unterbindung des
Ureters hervorrufen kann, kommen wir weiter unten zuruck.
Durch Herabsetzung des arteriellen Drucks vermindernd wirken die Wasser-
auso-aben durch die Haut, die Lungen, den Darm und unter pathologischen Verhält
nissen reichliches Erbrechen, Diarrhöen und grosse Blutverluste. Da alle die genannten
Organe mit den Nieren ihre Wasser derselben Quelle entnehmen, so wird eine
grössere Abgabe, durch eins derselben die der übrigen beschränken. Gleichwohl können
natürlich alle gleichzeitig in vermehrter Thätigkeit sich befinden. )
Andrerseits steigern alle Umstände, welche den arteriellen Druck vermehren,
die Wasserausscheidung durch die Nieren. In dieser Weise machen sich geltend:
die Vermehrung der Herzaktion, die Erhöhung der Spannung m der Arteria renahs,
wie sie durch Unterbindung oder Unwegsamkeit anderer Gefässe bewirkt wird, endlich
die erhöhte Füllung des ganzen Gefässsystems, wie sie namentlich die Böige ver-
mehrter Flüssigkeitszufuhr ist.
Letzterer Punkt aber bedarf noch einer etwas ausführlicheren Besprechung, weil
ich bei den betreffenden Versuchen eine Bemerkung zu machen Gelegenheit fand, welche
mir einer etwas eingehenderen Untersuchung werth schien. Die einschlägigen \ er
suche sind von Falck, Ferber und Westphal gemacht worden.
Fat ck *) **) welcher zuerst Versuche dieser Art angestellt hat, experimentu te
an sich selbst Er bereitete sich zu diesen Versuchen jedes Mal durch gleiche Nah
rungs- und annähernd auch gleiche Flüssigkeitsaufnahme 12 Stunden vor Beginn des
*) Ludwig, Physiol. B. II. p. 4°9-
**) Archiv f. physiol. Heilk. B. XI. p. 125 ff. u. 755 ff-

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