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im Allgemeinen den Wassergehalt desselben auf c. 75% ) annehmen kann, so be
wirkt doch die längere oder kürzere Zeit der Retention im Darm schon einen be
deutenden Unterschied. Noch viel schwankender aber wird dieser Gehalt durch
verschiedene Nahrung; Fleisch und vegetabilische Nahrung bieten sehr wesentliche
Differenzen dar, wie aus den Versuchen von Pettenkofer und Voit*) ** ***) ), Gustav Meyer"' 1 '-)
E. Bischoff f) hervorgeht.
Wir würden also, um die Funktionsfähigkeit der Nieren zu erkennen, die Aus
gabe von Wasser durch Flaut, Lungen und Darm bestimmen müssen. Die Schwierig
keiten solcher Untersuchungen aber liegen auf der Hand; vor Allem könnten die
Ausgaben durch Haut und Lungen nur mit so vollkommenen Hülfsmitteln, wie sie
Pettenkofer und Voit zu Gebote standen, ermittelt werden. Indessen würden auch
derartige Beobachtungen bei Kranken und auf längere Zeit ausgedehnt, absolut un
möglich werden; wir sind also darauf angewiesen, einen andern Weg für die Elimirung
dieser Werthe zu suchen und dieser wird offenbar dahin fühlen, alle Bedingungen,
von denen die Ausgaben abhängen, möglichst gleich zu machen.
Wir werden also dadurch, dass wir die zu Untersuchenden im Bett halten,
den Einfluss der Körperbewegung beseitigen, dadurch, dass wir sie andauernd im
möglichst gleichmässig geheizten Zimmer verweilen lassen, die Veränderungen der
Ausgaben durch verschiedene Temperatur und Wassergehalt des Atmosphäre paralysiren
und durch annähernd gleiche Kost auch die Ausgabe durch den Koth au( gleicher
Höhe zu erhalten suchen. Dass trotzdem alle Versuche unter derartigen Umständen
nur einen relativen Werth haben können, ist selbstverständlich.
Kommen wir nun auf die Wasserausscheidung durch die Nieren selbst. Wenn
auch in neuster Zeit der lange geführte Streit über die Absonderung der festen Be-
standtheile zu Gunsten Bowmann’s sich zu entscheiden scheint, so bleibt doch das
früher von Ludwig für die Wasserausscheidung angegebene Gesetz in voller Geltung.
Die geistreichen Versuche Heidenhain’s ff) zeigen zwar, dass die Abscheidung der
specifischen Bestandtheile des Harnes durch das eigenthümliche Stäbchenepithel der
gewundenen Canälchen und der Schaltstücke stattfindet, und von der Absonderung
des Wassers in den Glomerulis unabhängig ist, trotzdem ist die Ludwig sehe fff) An-
*) RancICE, Physiol, p. 299.
**) Zeitschrift f. Biologie B. VII. p. 433.
***) Ebenda p. 1 ft.
f) Ebenda B. V. p. 452.
ff) Max Schultze’s Arch. f. . Anat. B. X. microscop. 1-
ges. Physiol. B. IX. p. 1 ff.
fff) LUDWIG, Physiol. B. II. p. 373—428.
;o. u. Pflügers Archiv f. d.

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