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die Luft in den Lungen verweilt, die Athmungsgrösse überhaupt und die Erhöhung
derselben durch körperliche Arbeit etc. geltend und wenn auch im Ganzen und
Grossen Kohlensäure- und Wasserausscheidung durch die Lungen parallel gehen, so er
leidet doch auch dies Gesetz noch ganz beträchtliche Störungen.*) Das durch die
Athmung ausgegebene Wasser aber stammt nur zum Theil aus dem Blut, zum andern
Theil wird es bereits mit der atmosphärischen Luft, die immer Wasserdampf enthält,
aufgenommen. Dieser Einfluss ist in den bisherigen Untersuchungen nicht**) berück
sichtigt worden ; auch hat man noch an der in ihrer Allgemeinheit jedenfalls unrichtigen
Ansicht, dass die Exspirationsluft stets vollkommen mit Wasserdampf gesättigt sei,
festgehalten und sind daher diese Resultate nur mit Vorsicht zu verwerthen. Jeden
falls ergiebt sich als Resultat dieser Betrachtungen, dass, um zu genauen Ergebnissen
zu kommen für jeden einzelnen Fall die Wasserausgabe durch die Lungen empirisch
ermittelt werden müsste und dass ein allgemein gültiges Gesetz für diese Ausgabe
bis jetzt nicht aufzustellen ist. Nicht anders, oder vielmehr noch ungünstiger steht
es mit der Ausscheidung von Wasser durch die Llaut. Zunächst lässt sich die respira
torische Wasserabgabe durch die Haut recht von der des tropfbar flüssigen Wassers
durch den Schweiss trennen; indessen auch über den Werth dieser vereinigten Faktoren
herrschen noch bedeutende Differenzen unter den Autoren. Im Ganzen ist diese
Ausscheidung von denselben Umständen abhängig, wie die Abgabe durch die Lungen;
ein Gegensatz zwischen beiden ist nur in so ferne zu konstatiren, als die Abgabe
von Wasser durch die Haut um so grösser sein wird, je weiter die umgebende
Atmosphäre von der Sättigung mit Wasserdampf entfernt ist. Jedenfalls kann der
Werth des Gesammtverlustes durch die Haut, wovon die bei Weitem grösste Menge
auf das Wasser trifft, zwischen 500—800 Gramm schwanken; ***) und durch Schwitz
bäder noch bedeutend gesteigert werden. So giebt Favre f) für ein Schwitzbad von
1V2 Stunden den enormen Werth von 1500—2500 Gr., Rancke für ein solches von
17 Minuten 1280 Gr. Verlust an.
Es würde sich bei so beträchtlichen Schwankungen also auch eine genaue
Ermittluno- dieses Werthes in jedem einzelnen Fall vernothwendigen und es ist klar,
dass die Angabe v. Gorup-Bkssanez nach Pettenkofer und Voit, wo noch bei Ruhe
c>
c 40 bei Arbeit c. 52 Procent der Ausgabe an Wasser auf die Perspiration ent
fallen, nur eine allgemeine Bedeutung haben kann.
Endlich bleibt noch die Wasserabgabe durch den Koth übrig; wenn man noch
*) GorUP-BessanEZ, physiol. Chem. 3. Aufl. p. 794.
**) Ebenda p. 793 u. LUDWIG, Lehrt», d. Physiol. 2. Aufl. B. II. p. 503 ff.
***) v. GORUP-BESSANEZ, physiol. Chem. p. 799.
j) Rancke, Physiol, p. 551.

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