9
2
Jahr:
1861
1862
1863
1864
1865
1866
1867
1868
1869
1870
1871
1872
1873
1874
Fracturen
überhaupt:
10
22
20
29
28
28
41
43
35
54
35
54
62
62
Darunter Fracturen am Unterschenkel:
Beider
Knochen
Tibia allein
5
3
5
5
6
10
5
8
10
6
H
14
18
2
o
2
3
1
3
6
2
4
i
1
2
5
Fibula allein
I
1
6
3
1
2
3
3
i
3
3
5
Summa
503
109
32
35
Unterschenkel x 75-
Wenn nun unter diesen 503 Fracturen überhaupt, unter denen 175 Brüche am Unterschenkel,
nur vorstehende 6 Fälle von Bruch des Tibiakopfes verzeichnet sind, so glaube ich obige Behaup
tung so lange aufrecht erhalten zu können, bis grössere Zahlen ein anderes Verhältniss beweisen.
Fracturen des Tibiakoptes kommen ferner nach den hier gemachten Beobachtungen vor
wiegend bei männlichen Individuen vor und zwar sind es ganz besonders Männer der arbeitenden
Klasse, die von ihnen betroffen werden. Ob dies allein seinen Grund darin hat, dass solche
Leute Gewalteinwirkungen mehr exponirt sind als andere, oder ob dabei noch andere Momente
in Betracht kommen, wage ich ehenso wenig zu entscheiden, wie die Thatsache zu erklären, dass
sie gerade bei Männern im reiferen Alter nach den hiesigen Beobachtungen am häufigsten sind.
Eine besondere Häufigkeit bei einem bestimmten Gewerbe ist hier nicht constatirt. Dass gerade
mehrere (3) Potatoren unter den Betroffenen waren, dürfte schon in der grossen Verbreitung dieser
Unsitte in den untern Volksklassen seine Erklärung finden, wenn auch ein engerer Causalnexus
im Allgemeinen insofern nicht ganz unwahrscheinlich sein möchte, als betrunkene Leute häufiger
zu Fracturen Gelegenheit haben.
Brüche des Tibiakopfes, heisst es einstimmig bei allen Autoren, entstehen gewöhnlich durch
directe Gewalt, ein Ausspruch, den ich nach den hiesigen Erfahrungen nur bestätigen kann.
Unter den 6 angeführten Fällen ist nur eine durch indirecte Gewalt entstanden. Meistens ist die
Ursache ein Schlag oder Stoss, der die Tibia trifft, wobei es, wie Gurlt 1 ) in seinem vortrefflichen
1) Gurlt, »Lehre von den Knochenbrüchen« p. 203.

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