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Patient wurde sofort nach der Verletzung mit demselben Wagen, von dem er herabge
sprungen ins Hospital gebracht.
Bei der Aufnahme zeigte sich eine erhebliche livide Schwellung der obern Hälfte des
rechten Unterschenkels mit Anschwellung der Kniekehle und des Kniegelenks ohne Betheiligung
des Extensorenb. Die Arten pediaea pulsirt deutlich. Sensibilität ist überall normal. Es
zeigt sich eine giosse Druckempfindlichkeit oben an der Tibia und Fibula, patella und femur
scheinen fiei. Da keine characteristischen Erscheinungen einer Fractur des Tibiakopfes sich wahr
nehmen Hessen, jedoch Functionsstörung, Bluterguss, Schmerz dafür sprachen, so wurde zur
Chloroformnarkose geschritten, in welcher die grossen Factationen in mehr als genügender Weise
das Vorhandensein einer Fractur dicht unter den Condylen bestätigten. Es bildete sich meist
ein nach vorn offener Winkel in einer ziemlich horizontal verlaufenden Furche. Mitunter hatte man
deutlich das Gefühl der Crepitation. Die Fibula schien erhalten.
Beim Verbinden hatte das untere Fragment grosse Neigung nach seiten zu rücken, des
gleichen das kurze obere. Die Difformität Hess sich schwer beseitigen.
Gypsverband.
3. X. Der Gypsverband, der, obwohl der Fuss etwas geschwollen ist, eine ruhige Nacht
gewährt hat, wird der Länge nach aufgesägt
29. XL Bruch fest mit nach vorn offenem Winkel. Auftreibung unter dem Fibulakopf.
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Patella wenig beweglich. Seitliche Bewegung im Kniegelenk möglich. Flexion bis zu
einem Winkel von 5° °- In der lateralen untern Hälfte der Kniekehle fühlt man eine geringe
knöcherne Prominenz.
19. I. 74. Geheilt entlassen.
Fassen wir jetzt nach Anführung der einzelnen Fälle, wie sie hier im Laufe der letzten
Jahre beobachtet sind, dieselben in ihren Hauptpuncten zusammen, um darnach einige allgemeine
Erfahrungssätze aufzustellen und beginnen wir zunächst mit der Häufigkeit und dem Vorkommen
dei Brüche des Hbiakopfes überhaupt, so treffen wir hier gleich auf einen Punct, der in der
Literatur über dieses Capitel, so weit sie mir bekannt, noch keine nähere Berücksichtigung ge.
funden hat. Alle Autoren sind sich mehr oder weniger darin einig, dass Brüche der Unterschenkel
knochen zu den häufigsten Fracturen gehörten, alle stimmen darin überein, dass am häufigsten
beide Knochen brechen, dass ferner die Brüche der Fibula die der Tibia an Zahl Übertreffen, aber
weiter, auf die Häufigkeit der Fracturen an gewissen Stellen, speciell am Tibiakopf, erstrecken
sich die Angaben nicht. Nach den Erfahrungen nun, die in den letzten Jahren hier im Altonaer
Krankenhause gemacht sind, glaube ich mit ziemlicher Sicherheit behaupten zu können, dass
Fracturen des Tibiakopfes sowohl unter den Brüchen überhaupt als auch speciell unter Brüchen
am Unterschenkel sehr selten sind. Es sind in den letzten 12 Jahren und zwar vom ersten
September 1861 bis zum ersten Januar 1875 im Altonaer Krankenhause nach den Journalen
503 Fracturen (excl. Schädelfracturen) stationär behandelt und zwar vertheilen sich unter specieller
Bei ücksichtigung dei Brüche am Unterschenkel die Zahlen in den einzelnen Jahren folgendermaassen:

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