Auch der Fibulakopf ist abgesprengt, so dass in derselben Höhe, wie die Tibia auch diese
eine Querfractur zeigt. Die Knorpelfläche des condyl. extern, femoris ist durch ein Fragment der
Tibia eingedrückt und zerstört in der Grösse eines Silbergroschens. Um die Bruchstelle herum
überall sehr grosse Blutergüsse.
Im Uebrigen Altersemphysen der Lungen mit starker Leichenhypostase. Geringes Aorten
atherom, Eettleber, Nieren klein mit schmaler Corticalis.
V. Fall.
Heinr. Scheve, 53 Jahre alt, Schneider aus Gettorf fiel am 18. April 1872 etwa 12 Tieppen-
stufen herunter, wobei die äussere Seite des linken Beins aufschlug. Patient konnte nicht aufstehen,
spürte sofort heftige Schmerzen an der Aussenseite des linken Unterschenkels dicht untei dem
Knie; konnte des Nachts davor nicht schlafen. Am andern Morgen zeigte sich eine bedeutende
Anschwellung und Röthung, die sich unter Anwendung kalter Umschläge bis zur Aufnahme an
geblich etwas vermindert hatte.
Status bei der Aufnahme am 20. IX. 72. Ein starker Bluterguss umgiebt blauroth das
linke Kniegelenk; am bedeutendsten ist derselbe an der untern äussern Seite. Er steigt in dei
Kniekehle nach dem Oberschenkel hinauf und erstreckt sich an der Vorderseite über das obere
Dritttel des Unterschenkels herab.
Sehr heftiger Druckschmerz am caput fibulae, weniger am obern Ende der crist. tibiae.
Bei der Extension des flectirt gehaltenen Beines entstehen heftige Schmerzen, Muskelzuckungen,
deutliche Crepitation. Oedem des linken Fusses. Arterien pulsiren gut.
Ord. Hohe Lade. Eis.
21. IX Während der Chloroformnarkose lässt sich eine Fractur der Tibia in der Gegend
des tuber os. tibiae durch abnorme Beweglichkeit und Crepitation deutlich erkennen. Wenig Diffor-
mität; 1 Ctm. Verkürzung. Die Fibula ist in derselben Höhe gebrochen. Die Hauptrichtung der
Fractur scheint eine quere in der Höhe des tuber ossis tibiae.
Im Kniegelenk liess sich kein Erguss nachweisen.
Gypsverband bis zum troch. maj.
Rechts 33 Vä Ctm. I Vom cond. int. tib. bis zum
21. X. Verband abgenommen. Masse: Links 3I y 2 , f ma H. int.
Bruchstelle noch nicht fest consolidirt. Deutlicher Erguss im Kniegelenk.
Verband erneuert.
16. XI. Verband entfernt. Fractur verheilt. Der Tibiakopf ist breiter als normal. Auf
treibung unter dem cap. fibul. und am seitlichen hintern Rande der Tibia. Oedem des Unterschenkels.
18. XII. Patient kann das Bein bis zum rechten Winkel flectiren Concavität untei halb
der patella. Noch bedeutendes Oedem. Gehen ohne Schmerz. Geheilt entlassen.
VI. Fall.
Joachim Güldener, 47 Jahre alt, Schuhmacher aus Gadebusch, der früher stets gesund ge
wesen und nie einen Knochenbruch erlitten hatte, sprang am ersten Octob. 1873 Nachmittags 3 Uhr
von einem unbeladenen, still haltenden Blockwagen aufs Steinpflaster, Er kam mit gespreizten
Beinen zur Erde. Patient fiel sogleich um, hatte heftige Schmerzen in der Gegend des rechten
Kniegelenks; konnte nicht wieder aufstehen, nicht den Fuss ansetzen. Dagegen konnte er noch
den Fuss an den Körper heranziehen.

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