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so gross als die untere runde von der Grösse einer Reichsmark. Diese theils mit
Borken von getrocknetem Eiter bedeckten, papillösen Wucherungan entleeren spontan
und auf Druck reinen und blutig tingirten Eiter aus ihren Zwischenräumen. An einigen
Stellen sind die Spitzen der einzelnen Papillen mit einander verwachsen, sodass man
mit der Sonde sowohl unter diese brückenartigen Verwachsungen, als auch in die
Zwischenräume der Papillen i—2 Centm. del eindringen kann. Nach Erweichung
und Entfernung der Borken lässt sich bald wieder das Auftreten kleiner tuberkel
artiger Eiterpunkte in den Furchen der blassrothen Papillen beobachten. Auf der
Mitte des Tarsalgelenkes befindet sich ein kleines Knötchen, das dieselbe Tendenz
zur Neubildung zu haben scheint.
Am 15. Januar wird die Operation mit künstlicher Blutleere unternommen.
Während der Chloroformirung des Patienten wird der Unterschenkel von den
Zehen an mit einer elastischen Binde fest eingewickelt, sodass alles Blut hinausge
drängt wird. Sodann wird ein Gummischlauch hart über dem Ende der elastischen
Binde gespannt umgelegt und befestigt, und die elastische Binde nun abgewickelt.
Die Extremität erscheint blass und blutleer.
Jetzt wird die ganze wuchernde Fläche mit dem scharfen Löffel abgekratzt,
wobei sich zeigt, dass die Papillen sehr fest mit dem corium Zusammenhängen. Kein
Tropfen Blut wird während der Operation verloren!
Die Wundfläche wird dann mit Watte, welche in Liq. Ferri sesquichlor. ge
tränkt ist, bedeckt und eine Binde fest um den ganzen Fuss gewickelt. Jetzt wird
der Gummischlauch entfernt, das Blut färbt wieder die bleiche Extremität — durch
den Verband dringt kein Tropfen! —
Die mikroskopische Untersuchung eines Vertikalschnittes durch die Papillen
zeigt dieselben enorm und unregelmässig vergrössert, zum Theil an den Spitzen ver
wachsen , und zwischen denselben eine starke Wucherung von Riffzellen des stratum
Malpighii.
23 /i. Patient hat ein paar Mal geringe Temperatursteigerungen gehabt; er
klagt über Schmerzen in den Wunden, vorzüglich kurz nachdem sie mit Borsalbe ver
bunden sind. Die Wundflächen granuliren sehr gut.
3 / 2 . Da die Heilung nicht recht von Statten ging, wurde die Wunde mit
Zinksalbe verbunden, wobei sehr rasche Vernarbung erfolgt.
13 / 2 . Die Vernarbung ist nunmehr vollständig. Die. Narben prominiren etwas
und haben eine dunklere Färbung.
24 / 2 . Die Narbe ist, nachdem Pat. etwas herumgegangen, fast in der ganzen
Ausdehnung wieder excoriirt; die Wunde wird wieder mit Zinksalbe verbunden, und
Patient muss wieder das Bett hüten. 23 /s. Patient wird heute geheilt entlassen.

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