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Das Verhältniss zwischen der Mächtigkeit des bindegewebigen Grundstockes und der
epithelialen Ueberkleidung der einzelnen Papillen wechselt an verschiedenen Stellen.
Im Laufe der letzten Monate, während welcher der Kranke in klinischer
Beobachtung war, verbreitete sich die Hauterkrankung sehr langsam auf die nächste
Umgebung, indem die erwähnten hügeligen Vortreibungen der Ränder, ihrer ober
flächlichen Epitheldecke beraubt, den Papillarkörper frei zu Tage treten Hessen, der
dann das Aussehen der übrigen Hautpartien gewann. Während dieser Zeit flachten
sich die vielfach verwachsenen Papillen an verschiedenen Stellen ab, die Abscesschen
verkleinerten sich und die betreffenden Stellen kehrten allmählig zur Norm zurück,
doch konnte man häufig genug ein Wiederauftreten kleiner Eiterpunkte an solchen
Stellen wahrnehmen, worauf ein kleiner Substanzverlust folgte, und diesen Stellen ein
ausgenagtes Ansehen verlieh.
Am i. März 1874 kratzte Professor Heine die erkrankten Partien mit dem
scharfen Löffel aus, und nun ist der grösste Theil der erkrankten Hautpartie bis auf
zwei centrale, granulirende, etwa thalergrosse Stellen zur Norm zurückgekehrt, indem
vom Rande aus die Ueberhäutung der granulirenden Flächen rasch vor sich ging.
Diesen beiden Fällen möchte ich den folgenden, auf hiesiger Klinik beob
achteten an die Seite stellen:
Nicolaus Clausen, Maler, 18 Jahr alt, aus Dagebülldamm.
A namnes e:
Nach Angabe des Patienten bildete sich vor 5 Jahren ohne nachweisbare Ver
anlassung gleichzeitig am rechten Oberarm und auf dem rechten Oberrücken ein
Abscess, der sich bald öffnete. Die Wunde des Armes schloss sich nach einjähriger
Eiterung mit Hinterlassung einer Geschwulst, die schliesslich in eine flache Haut
narbe überging.
Die Wunde des Fusses soll zeitweilig wieder vernarbt gewesen sein, bis im
Frühjahr 74 die dunkelblau verfärbte Haut wieder aufbrach und von der Rissstelle
aus sich eine granulationsartige und stetig nässende papilläre Wucherung immer weiter
verbreitete. — Patient hat im Frühjahr eine gelbe Salbe angewandt und den Arm
früher mit Höllenstein geätzt.
Status praeseus: (11. Jan. 1875). Am rechten Oberarm zeigt sich eine
flache, verschiebbare Hautnarbe von Thalergrosse, in deren Tiefe ein Kaffeebohnen
grosser beweglicher Körper fühlbar ist. —
Die Haut des rechten Fussrückens ist in grösserer Ausdehnung blau verfärbt.
Dem rechten Fussrand näher, in der Längsrichtung liegend, befinden sich zwei um
i Centim. von einander getrennte, das Niveau der Haut überragende, granulations
ähnliche, papilläre Wucherungen, die obere von länglich dreieckiger Form 5—6 mal

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