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bekannt, in welchen er mit Erfolg bei intraarticulären Affectionen an der Hüfte die
permanente Extension angewendet hat 13 ). Diese Empfehlungen sind aber von den
Fachgenossen nicht beachtet und die Methode ist zunächst wieder der Vergessenheit
anheim gefallen. Ebenfalls wurden operative Eingriffe (Resectionen, gewaltsame
Streckungen) bei zurückgebliebenen Verkrümmungen, spitzwinkligen Anchylosen etc.
des Hüftgelenks in den ersten Decennien dieses Jahrhunderts noch fast garnicht unter
nommen, sondern nach abgelaufenem Krankheitsprocess wurde von jedem weitern
Heilverfahren Abstand genommen 14 ), nur von Antony White, Arzt am Westminster-
Hospitale zu London, ist nach A. Coopers Zeugniss im Jahre 1821 eine Resection des
Femurkopfes vorgenommen 10 ). Diese aber wurde erst 11 Jahre später durch eine
kurze Mittheilung in der Fond. Med. Gaz. allgemeiner bekannt (cf. Archiv für klin.
Chirurgie, herausgegeben von Dr. B. v. Langknbeck, I., Berlin 1861, p. 174, Be
merkungen und Erfahrungen über die Resection im Hüftgelenk von Dr. C. Fock).
Ausserdem ist ein von Dr. Rhea Barton in Philadelphia lf> ) an einem Matrosen aus
geführter Versuch, durch einfache Durchsägung des Schenkelhalses bei rechtwinkliger
Anchylose des Hüftgelenks ein neues Gelenk zu schaffen, veröffentlicht worden.
ln Deutschland und Frankreich hat man ganz dieselben Mittel wie in England
mehr weniger energisch und lange versucht, bevor sich die Behandlung der Coxitis
zu ihrer jetzigen Höhe und Vollkommenheit emporschwang.
Dass das Wesen der Krankheit zu Ende des vorigen und zu Anfang dieses
Jahrhunderts der chirurgischen Welt dunkel blieb, das mögen die nichtssagenden
Ausdrücke wie Morbus articuli, coxalgia, morbus coxarius, claudicatio spontanea, tumor
albus scrophulosus, luxatio conseeutiva, lenta, spontanea, a causis internis bezeichnen.
13 ) cf. Schmidt, Jahrbücher 1866, 129 p. 196. (Kritischer Bericht über die neueren fran
zösischen Arbeiten über Coxalgie Aon Prof. Dr. C. W. STREUBEL in Leipzig).
i-t) con f, Dr. Johann Julius BÜHRING »Zur Pathologie und Therapie der Krankheiten
des Hüftgelenks und ihrer Ausgänge,« Berjjn 1852, Einleitung p. 3 — und conf. Arthrocacologie
von Dr. JoH. NETT. RUST, Wien 1817: Das zweite Stadium der Krankheit kann jeden Augen
blick in das dritte Stadium übergehen und hiermit jede Hoffnung, den Kranken von seinem hin
kenden Gang zu befreien, auf immer vernichten.
15 ) »Treatise on Dislocations and Fractures of the joints b)^ Sir ASTLEY COOPER, London
1842, Case IX., p. 12.C »Mr. WHITE, of Parliament Sreet, had under his care a patient in the
Westminster Hospital, who was the subject of dislocation of the os femur on the dorsum of the
ilium from ulceration. He sawed off the head of the femur, and the patient was restored to a
very useful motion of the limb; he lived twelve years after, and then died of consumption etc.
iß) Nord American Surgical, journal 1827. Conf. Anm. 4. p. 104: The formation of an
artificial joint was accomplished by sawing through the greater trochanter etc.

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