gegenzuwirken, kleine Gaben von Calomel, gebrannten Schwamm, vegetabilischen Moor,
Schwererde, oder stärkende Mittel wie Eisen, Fieberrinde, kalte Bäder etc., oder man
übersah den wahren Sitz der Krankheit und liess sich durch den excentrischen Knie
schmerz verleiten, an diesem Gelenke mit Bähungen, Pflastern, Embrokazionen liuchtlos
einzugreifen; auch wird eine frühzeitige Eröffnung des Hüftgelenks empfohlen-) meist
aber wurden doch örtliche Mittel wie Blutegel, Blasenpflaster, Haaiseile, Pontanelle,
Moxen etc. angewandt. —
Schon Ford, der die angeführten Heilmittel einer kurzen Kritik unterwirft, hebt
mit Recht hervor, dass man von inneren Arzneien wie Schierling, gebranntem Schwamm,
Spiessglanzmitteln etc. nicht den geringsten Erfolg zu erwarten habe. Das Seebad
wird von ihm besonders im 1. Stadium der örtlichen Erkrankung empfohlen und als
einziges Bedenken die mit demselben verbundene Bewegung geltend gemacht; den
grössten Nutzen aber schreibt er der Application des Glüheisens, der Fontanelle und
Blasenpflaster ■— Mittel, die gegen .Knochenleiden schon zu Hippocratis °) Zeit in .An
wendung kamen -— zu und führt uns zum Belege seiner Behauptungen mehrere dataut
bezügliche Krankengeschichten vor.
Wesentlicher Verbesserungen erfreute sich die angedeutete Heilmethode auch
in den ersten Decennien dieses Jahrhunderts nicht, doch werden schon in den O oer
Jahren von William Coulson 2 * 4 ) Angaben gemacht, die gewiss aut zuverlässiger Be
obachtung beruhen und sehr empfehlenswerth sind. Es werden von diesem Autor
3 Stadien der Krankheit unterschieden und iür jedes derselben besondere Arzneien
empfohlen. So für das i. Stadium (bei robusten Individuen) besonders Ruhe, örtliche
Blutentziehungen, Blasenpflaster, warme Bäder oder warme Fomentationen und ziu
Beseitigung der Residuen reizende Linimente (Linim. camph. comp cum liqu. ammon..
liqu. sapon cum tinct lyttae, ebenfalls Pflaster von I art. stibiat., Eng. hydt. ein etc.),
auch rühmt er für diese chron. P'ällen nach acutem Antang besonders die Pu tolge des
ScoTTschen Verfahrens 5 ) — einer adhäsiven Bandage (über Binden, die mit I ng. hydr.
ein etc. bestrichen sind) zur Immobilisirung des Gelenks und verspricht, wo das Hüft-
2) EDWARD Ford: »Bemerkungen über die Krankheit des Hüftgelenks etc.« aus (lern
Englischen übersetzt von einem practischen Arzte, Breslau 1795^ P' 21 ■
3 ) HlPPOCRATIS Aphorismus 6o: Wenn in dieser Krankheit (Hüftgelenkskrankhcit) dei
Hüftknochen heraussteht, so schwindet der Schenkel und der Pat. muss nothwendig hinken-, wofern
ihm nicht ein glühendes Eisen applicirt wird. — Ferner cf: HlPPOCRAT. Libr. Epidem. V. pag. 341.
Edit. Chartern Ejusd. Libr. de Interm. Affectionibus. torn. p. 677. Edit. Chartern.
4 ) On the Disease of the Hip-joint with plain and coloured Plates by William Coul.SON,
London 1837, p. 80. »on the treatment etc.
: ') On the treatment of chronic Inflammation, London 1828, p. L33-

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