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wie der Oberlappen; im Gewebe finden sich ebenfalls weniger. Der ganze Mittellappen durchaus gleichmassig luftleer grau-
roth infiltrirt, auf dem Durchschnitt mit körniger Oberfläche.
Unterlappen wie der Oberlappen.
In allen drei Lappen sind diejenigen Partien der Pleura pulmonalis, welche den anderen Lungenlappen und dem
Zwerchfell zugekehrt sind, in weit geringerem Grade mit oben beschriebenen Knötchen besetzt, wie die am meisten peri
pherischen, den Rippen anliegenden Partien (übrigens ein bei den Sandinhalationsknötchen sehr gewöhnliches Verhalten).
Luftröhre normal; ebenso der rechte Bronchus.
Der Bronchialast für den Oberlappen zeigt kurz nach seinem Abgang eine etwa linsengrosse schwarze Stelle in der
Schleimhaut, die in der Mitte perforirt ist; die Oeffnung führt in eine central abscedirte Lymphdrüse. Der Hohlraum enthalt
einen schwarzgrauen Brei und mehrere grössere dunkelgraue Kalkkonkrcmente. Eine von diesem Bronchialast abgehende V er
zweigung zeigt sich ziemlich stark stenosirt und dann wieder erweitert; die Schleimhaut ist an der verengten Stelle sehr dünn,
ringsum scheinen dunkel pigmentirte Lymphdrüsen durch dieselbe hindurch.
Der Ast für den Mittellappen erscheint normal; der für den Unterlappen ist in seinem Anfangstheil massig stricturirt,
so dass die Schleimhaut desselben in Längsfalten gelegt ist.
Die Pulmonal arterien sind bis auf massige Verengerung des nach dem Überlappen führenden Astes, dessen
Häute in der Längsrichtung faltig erscheinen, normal.
Die Lymphdrüsen verhalten sich verschieden. Die unter der Theilung der Luftröhre liegenden sind zu einem
Paquct von 4,4 cm. in der grössten Breite und von 2,3 cm. in der grössten Höhe vergrössert; auf dem Durchschnitt sind sie
£ehr derbe, schwielig, schiefrig, von einigen Kalkkonkrementen durchsetzt. Ebenso verhalten sich viele von den reichlich der
Trachea anliegenden Lymphdrüsen. Andere, namentlich die im rechten Lungenhilus, sind klein, sehr stark geschrumpft, fast
steinhart, auf dem Durchschnitt sind sie trocken, bröcklig, und enthalten zum Tlieil eine buchtige, mit schwarzgrauem Brei
und Kalkkonkrementen gefüllte Höhle. Das mediastinale Bindegewebe, in das sie eingclagert sind, ist schwielig und derbe.
Fall Nr. 23.
Jahrgang 1875. Sections-Nr. 121.
Louise F., 72 Jahr, Klosterfräulein.
Croupöse Pneumonie des linken Unter 1 appe 11 s. — Vollständige Sehru mp fung und Verö d u 11 g des
rechten Oberlappens. — Starke Strict ur der Vena c a v a superior. — Starke Aortensklerose. —
Starke Strictur beider Pulmonalarterien-Aeste. — Hypertrophie des Herzens. — Bronchial
stenosen. — Starke Schrumpfung und theilweise Erweichung der mediastinalen Lymphdrüsen.
Rippenknorpel ausgedehnt verknöchert; Rippen sehr brüchig.
Lungen gegen die Spitze hin rechts fest, links nur wenig verwachsen ; in der linken Pleurahöhle ziemlich reichliches
klares Serum.
Rechter Oberlappen auf einen reichlich wallnussgrossen Knoten reducirt, der auf dem Durchschnitt sehr deib, ganz
gleichmässig schiefrig erscheint. Die Blut- und Luftwege desselben sind vollkommen obliterirt, und nur noch durch Bindege-
webszüge, die Luftwege nur noch durch die eingelagerten zusammengeschobenen Knorpelstückchen angedeutet.
Mittellappen etwas grösser, ebenfalls von reichlichen schwieligen schiefrigen Bindegewebszügen durchzogen, das Ge
webe sehr wenig lufthaltig; die lufthaltigen Partien von einigen graugelben Infiltraten durchsetzt.
Rechter Unterlappen durchaus lufthaltig, sehr stark ödematös.
Linker Oberlappen ebenfalls lufthaltig, nur von einzelnen derben, schiefrigen Schwielen durchsetzt.
Linker Unterlappen mit Ausnahme der Spitze gleichmässig luftleer grauroth hepatisirt, auf dem Durchschnitt körnig.
Im Herzbeutel ziemlich reichliches klares Serum.
PI er z etwas vergrössert. Die Ventrikel eng contrahirt, namentlich der linke. Klappen rechts normal, links die Mi-
tralis stark verdickt; die Aortenklappen von einzelnen starren Kalkspangen durchzogen. Die Muskulatur sehr derb, in beiden
Ventrikeln etwas hypertrophisch.
Aorta im aufsteigenden Theil mit einigen fettigen Flecken und einzelnen, z. Th. sehr langen Kalkspangen; im
Arcus und im absteigenden Theil mit sehr ausgedehnten atheromatösen Platten.
Der Stamm der Pulmonalarterien normal.
Der linke Pulmonalarterien-Ast misst an seiner Abgangsstelle aufgeschnitten 4)4 cm * > dann ist er in seinem ganzen
Umfang durch einen starren Ring schwieligen Gewebes auf 3,2 cm. verengt; die Häute sind hier stark in der Längsrichtung
gefaltet; unmittelbar danach theilt er sich in die einzelnen Verzweigungen, von welchen wiederum mehrere stricturirt sind und
schwarz durchschimmernde Stellen zeigen.

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