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nach hinten und unten verlaufenden Pulmonalvenen liegen ihnen ferner; erst nach dem Ein
tritt ins Lungenparenchym verweben sie sich so eng mit den Bronchial-Verzweigungen wie die
Pulmonalarterien, Der Oesophagus liegt mit seiner vorderen Wand, namentlich auf der Höhe der
Bifurkationsstelle der Trachea, zahlreichen Bronchialdrüsen an. Von den übrigen Gebilden des
hinteren Mediastinums sind es namentlich noch die beiden Nervi vagi und ihre Verzweigungen,
die auf ihrem Wege mit den Bronchialdrüsen in Contact kommen.
So liegen, kurz dargestellt, die verschiedenen Organe des hinteren Mediastinums neben
und zu einander. Nicht immer aber bleibt das friedliche Verhältniss ungestört, und die
Präparate, deren Beschreibung ich jetzt folgen lasse, zeigen, wie von den einzelnen Theilen unter
Umständen auch die Lymphdrüsen böse Nachbarn werden und in verschiedener Weise die neben
ihnen liegenden Organe mehr oder weniger belästigen und ihnen gefährlich werden können.
Praeparat Nr. i.
Jahrgang 1873. Sections-Nr, 139.
Detlev K., 58 Jahr, Zimmergeselle.
Lungen- Emphysem. — Schwielen der Pleura. — Tractions-Divertikel der Speiseröhre. —
Schrumpfung der Bronchialdrüsen.
Die Luftröhre erscheint bis auf ziemlich starke Verknöcherung der Knorpel normal.
Die Schleimhaut der Speiseröhre zeigt grade in der Höhe der Bifurkationsstelle der Trachea an ihrer vorderen
Wand eine trichterförmige Einziehung ; der in seinen übrigen Theilen auf der Luftröhre leicht bewegliche Oesophagus ist an
dieser Stelle fixirt. Das Divertikel besteht nicht nur aus der Schleimhaut, sondern auch die Muscularis ist mit herausgezogen ;
die Muskelfasern sind durch die Verlagerung zum Theil vollständig geknickt, und erst die weiter zu beiden Seiten liegenden
Fasern werden wieder gerader. Das spitz ausgezogene Divertikel lässt sich bis zu einer Stelle gerade unter der Theilung der
Luftröhre verfolgen: hier findet sich festes derbes, unter dem Messer knirschendes Gewebe, das aus dunklen, unregelmässig
begrenzten Partien besteht, welche von zahlreichen grauweissen derben Schwielen und Faserzügen durchsetzt sind.
Die Lymphdrüsen, welche in dem Präparat erhalten sind, zeigen schon an der Oberfläche die schwarze Farbe
deutlich durchscheinend ; auf dem Durchschnitt sind sie pechschwarz, und in der an dem Messer nach dem Durchschneiden
haften gebliebenen Flüssigkeit sind reichliche schwarze Partrikelchen suspendirt.
Praeparat Nr. II.
Uribezeichnet.
Tractionsdivertikel der Speiseröhre. — Schrumpfung der Bronchialdrüsen.
Kehlkopf und Luftröhre normal. In der im Uebrigen normalen Schleimhaut der Speiseröhre findet sich in seiner
vorderen Wand auf der Höhe der Bifurkation der Trachea ein kleines Divertikel, dem im Präparat Nr. I völlig gleich, nur
kleiner. Die ausgezogene Spitze desselben verliert sich in narbigem, festem Bindegewebe, das eine Anzahl sklerosirter, jedoch
nicht sehr stark pigmentirter Lymphdrüsen umgiebt.
Praeparat Nr. III.
Jahrgang 1873. Sections-Nr. 137.
Georg A., 8 Jahr, Arbeiterskind.
Tractionsdivertikel der Speiseröhre. — Schrumpfung von Bronchialdr äsen.
Luftröhre. Herz und Aorta normal. In der Speiseröhre ist auf der Höhe der Bifurkation der Trachea die
Schleimhaut sammt der Muscularis zu einem engen aber ziemlich tiefen trichterförmigen Divertikel ausgezogen, dessen Spitze
in festem schwieligen Bindegewebe liegt, in dem durch die dunkle Pigmentirung die Reste von geschrumpften Lymphdrüsen
hervortreten.

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