triceps und der Gelenkkapsel über dem wohlentwickelten Olecranon, die sogenannte
Patella brachialis. So sehen wir ferner bei den Reptilien eine solche zwischen die
Tibialsehne des M. extensor cruris quadriceps und die Kniegelenkskapsel eingefügte
Knorpel- oder Knochenscheibe, die Patella femoralis oder kurzweg die Patella auf-
treten. Nun ist es aber klar, dass ein jeder Muskel bei der Contraction das Be
streben hat, seine Anheftungspuncte einander zu nähern. Da das Punctum mobile
hierbei den geringeren Widerstand leistet, so wird der Weg, denes zurücklegt, um so
viel grösser sein, im Gegensatz zum Punctum fixum, an dem der zu überwindende Wider
stand grösser ist, der zurückgelegte Weg um so viel kleiner. Prävalirt nun ein
Muskel über seine Antagonisten, sind seine Zusammenziehungen kräftiger als die
seiner Antagonisten, so wird sich im Laufe der Zeit ganz allmählich das Bestreben
geltend machen, den hauptsächlich als Punctum mobile verwendeten Skelettheil gegen
den als Punctum fixum zu betrachtenden zu nähern. Es wird also die Ulna, das
Punctum mobile des überwiegenden post-axialen Oberarmmuskels allmählig nach hinten
gezogen werden. Und ebenso wird die Tibia, das Punctum mobile des überwiegenden
prseaxialen Oberschenkelmuskels allmählich nach vorne gezogen werden. Die hintere
Gliedmasse bleibt bei den übrigen Amnioten auf dieser Stufe stehen, die Tibia etwas
nach vorn, die Fibula etwas nach hinten, im Einklänge mit ihrer bleibenden Ver-
werthung für das Thier. Sie dient von den Reptilien bis zum Menschen als haupt
sächlichstes Stütz- und Sprungorgan des Körpers, nur bei den Vögeln und Fleder
mäusen kommt sie beim Fliegen oder Flattern aus dieser Function. Die vordere
Extremität hingegen geht bis zum Menschen den differencirtesten Verhältnissen entgegen.
Wir sahen, dass die Ulna durch den continuirlichen Zug des überwiegenden post
axialen Oberarmmuskels allmählich nach hinten gezogen wurde. Auf diese Weise
kam der Radius wesentlich nach vorn und zwar hauptsächlich das proximale Ende
desselben, da das distale der nothwendig pronirten Stellung der Hand wegen innen
bleiben musste. Bei den Säugethieren ist endlich durch den unausgesetzten Zug,
den von Geschlecht zu Geschlecht der überwiegende postaxiale Oberarmmuskel aus
übt, die Ulna nach hinten und innen, das proximale Ende des Radius nach vorne
und aussen gerückt. Bei den weiter entwickelten Säugethieren tritt nun eine neue
Differencirung ein. Die vordere Gliedmasse verliert ihre Bedeutung als Stützorgan
immer mehr und mehr, sie wird allmählich lediglich zum Greiforgan. Diesen letzten
Zustand finden wir bei den schwanzlosen Catarrhinen, bei denen die vordere Extre
mität nur noch in der Jugend als Stützorgan dient. Und wie konnte dieser Zustand
entstehen? Die Supination entstand durch das Ueberwiegen und den überwiegenden
Gebrauch der sogenannten Supinatoren. Um sich von Ast zu Ast schwingen zu
können, bedurften die betreffenden Thiere der vollständigen Beweglichkeit des distalen

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