Grund, wesshalb in den Stadien I, II und III a, welch letzteres Stadium die
meisten Säugethiere mit Ausnahme der Prosimien und Primaten repräsentiren, nur das
proximale Gelenkende des Radius sich verschiebt und nicht das distale, und so also
halbe und ganze Kreuzung der Skelettheile des Unterarmes in Erscheinung treten,
ist offenbar darin zu suchen, dass die vordere freie Gliedmasse in diesen Stadien
hauptsächlich noch als Stützorgan in Verwendung gebracht wird, zu diesem Zwecke
aber die Palma manus gegen den Boden stehen, der Daumen und mithin auch das
distale Gelenkende des Radius nach innen gerichtet bleiben muss. Bei Prosimien
und Primaten aber tritt ein neuer Zustand auf. Die Hand wird zum grössten Theile
als Greiforgan verwendet. Die eingetretene Kreuzung wird corrigirt durch die Supi
nation. Bei vollständig vom Menschen ausgeführter Supination hat nun auch das
distale Gelenkende 180 0 um die Ulna beschrieben, bei welchem Process im Gegen
sätze zum früheren nunmehr das proximale Gelenkende des Radius seinen Stand unverän
dert jedoch rotirend beibehält. Ist die Supination nur um 90 0 ausgeführt (welchen
Zustand man als Semisupination, auch, aber weniger gut als Semipronation bezeichnen
kann), so liegt das proximale Gelenkende des Radius aussen von der Ulna, das
distale Gelenkende vor der Ulna. Dieser Zustand der halben Supination ist aber
nicht zu verwechseln mit dem Zustande der halben Kreuzung, in welch letzterem das
proximale Ende des Radius vor der Ulna, das distale innen von der Ulna liegt.
I fiesen Fehler findet man vielfach in vergleichend anatomischen Schriften verbreitet.
So z. B. säet man vom Frosch seine Unterarmknochen ständen in Semipronation.
o
Im Stadium III b, dem Stadium der vollendeten Correction der Kreuzung, die durch
die 180 ® alleinige Verschiebung des proximalen Gelenkendes entstand, kann man
die Skelettheile des Unterarmes wieder als zu einander parallel betrachten, so dass
also vom Stadium I bis zum Stadium III a eine theilweise Verschiebung der Unter
armknochen von o 0 — 180 °, im Stadium III b eine vollständige Verschiebung derselben
in Erscheinung tritt. Ich gebe hier die bezüglichen Zeichnungen, in denen ich des
leichteren Ueberblickes wegen die Umrisse des Radius und der Ulna nehme, wie sie
vom Menschen her bekannt sind. Das Stadium der Semisupination habe ich zwischen
die Stadien III a und III b eingeschaltet, es aber unbezeichnet gelassen, da es kein
bei irgend einem Thiere stationäres Stadium vorstellt.
Die Grade am Olecranon zeigen die Verschiebung der proximalen Gelenk
enden, die Grade am Processus styloides radii die Verschiebung der distalen Ge
lenkenden an.

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