Wirbelthieren ganz ausserordentlich verschieden ist, einen noch höheren Werth bei
legen als Gegenbaur , da ohne Frage die Stellung des Schultergürtels und die
Orientirung der Cavitas glenoidalis Scapulae zur Scapula einen massgebenden Einfluss
auf die proximale Gelenkverbindung des Humerus, hierdurch auf die Axe der proxi
malen Articulationsfläche des Oberarmes und hierdurch wieder auf den Winkel be
sitzen, den die proximalen und distalen Gelenksaxen des Humerus einschliessen. Es
wird das causale Moment der Winkelschwankung zwischen der proximalen und dista
len Axe des Humerus nicht nur in der durch Anpassung allmählich sich differenciren-
den Verwendung der vorderen freien Gliedmasse zu suchen sein, sondern im gleichen
O
Grade, ja vielleicht in höherem in der Lagerung des Schultergürtels, die wieder durch
die complicirtesten Factoren bedingt ist. In der Wirbelthierreihe selbst wird auch
von Gegenbaur nicht die schrittweise Zunahme des Torsionswinkels nachgewiesen.
Bei Plesiosaurus und Jchthyosaurus finden wir den primitiven Zustand der vorderen
freien Gliedmasse. Bei Plesiosaurus ist der Humerus praeaxial massig convex, post
axial concav, der Radius liegt am Condylus iiFernus humeri, die Ulna am Condylus
externus humeri, kurz man hat den Zustand der vorderen freien Gliedmasse, den uns
die hintere freie Gliedmasse noch heute am höchsten Wirbelthiere im Wesentlichen
unverändert darbietet. Und dennoch ist nicht bewiesen, dass dieser primitive Zustand
durch radio-postaxiale Torsion zu demjenigen Zustande geführt hat, den wir ihn in
der Quartär-Zeit bei den Wirbelthieren von den Amphibien aufwärts antreffen. Von
dem ^Torsions winkel des Humerus bei Amphibien sagt Gegenbaur nichts, während
Martins, der sie nach dem Vorgänge von Merrem noch mit dem Worte Batrachier
bezeichnet, nichts als diese Bemerkung für sie hat: Chez les batraciens la torsion
est moins marrjuee cjue dans les Sauriens, cependant je 1 ai constatee .... hier
folgen einige Namen, aber keine Zahlen. Bei den Sauropsiden misst Gegenbaur den
Torsionswinkel zu ungefähr 90 °, es werden jedoch keine Einzelwerthe angegeben.
Bei den Mammalien sind die Torsionswinkel grade so divergent und widersprechend,
wie sie es für die Embryonen von Indogermanen waren. Während z. B. eine Katze,
also ein zonoplacentales, relativ hoch stehendes Säugethier einen Torsionswinkel von
74 u für den Humerus aufweis't, zeigt eine zweite einen solchen von 87 °. Beide
Werthe sind stark divergent und unter dem Mittelwerthe des Torsionswinkels, der
für die Reptilien gefunden ist. Wir sehen also, dass eine graduelle Zunahme des
Torsionswinkels am Humerus der Wirbelthiere weder ontogenetisch, noch phylogene
tisch bis jetzt nachgewiesen ist. Besonders eine solche von o 0 bis 168 0 anzunehmen,
ist eine Willkühr. Dass die Verhältnisse bei den Enaliosauriern durchaus nicht nur vom
Standpunkte der Torsionstheorie des Humerus, sondern auch auf ganz anderem Wege
sich erklären lassen, werden wir später sehen.

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