Wir können ferner derartige Spirallinien an der libia, für welche in dieser
Hinsicht Dasypus gymnurus ein classisches Beispiel giebt, an der Ulna, ja selbst am
Femur nachweisen, für welch’ letzteren Knochen sich leicht eine Linie verfolgen Hesse,
die vom Condylus externus zum kleinen Rollhügel aufsteigt und fast in jeder Hinsicht
das getreue Wiederbild der Linea aspera humeri ist. Ja, Gegenbaur hat die Winkel
gemessen, die bei verschiedenen Oberschenkelbeinen zwischen der proximalen Axen-
ebene und der distalen liegen, und die Werthe derselben wie die entsprechenden
Winkelwerthe am Humerus zwischen weiten Gränzen schwankend gefunden. Die 6
von Gegenbaur verzeichneten Werthe sind: io °, 7°, i 7 ( \ 12 °i 22 °’ 4°; Meyer
giebt den Werth von 25 0 an. Kurz man hat ähnliche Winkelschwankungen wie beim
Humerus von grosser Excursionsweite und nimmt doch nicht an, dass das bemur
einst von o° auf 14 °, der mittleren Proportionale aus obigen 7 Winkelwerthen, sich
gedreht habe. Nähme man dies aber an, so thäte man es ohne Begründung. Fassen
wir das Gefundene kurz zusammen, so müssen wir, nachdem was wir gesehen haben,
als erwiesen Winkelschwankungen ansprechen, die wie bei allen übrigen Röhren
knochen auch zwischen der proximalen und distalen Gelenksaxenstellung des Humerus
Statt finden, eine Torsion des Humerus dagegen, wie sie die Martins-Geuenbaur sehe
Theorie verlangt, in der embryonalen und postembryonalen Entwickelung eines indo
germanischen Humerus bis jetzt für unerwiesen erklären. Die Gränzen diesei Winkel
schwankung sind nach Gegenbaur 121 0 und 178°. Unter 121 und über 178 ist
keiner beim embryonalen noch erwachsenen Menschen gemessen. Kein Winkel von
90 0 ist für den Menschen beobachtet und vom Winkel von o 0 ist nicht die Rede.
Und auch in der Reihe der Wirbelthiere, also in phylogenetischer Entwickelung ge
stalten sich die Winkelverhältnisse der proximalen und distalen I lumerusaxen nicht
günstiger für die Martins - GEGENBAUR sche Torsionstheorie des Humerus. Die Mar
tins’sehe Angabe für diese Verhältnisse ist folgende: Bei den Reptilien, Vögeln und
Fledermäusen beträgt die Torsion des Humerus 90 n , bei den Säugethieren mit Aus
nahme der Fledermäuse 180 °. Bei den Säugethieren ist jedoch zwischen zwei ver
schiedenen Zuständen des proximalen Gelenkendes des Humerus zu unterscheiden,
was aber auf das distale Gelenkende, welches immer um 180 0 torcpiirt ist, keinen
Einfluss hat. Bei den schwanzlosen Catarrhinen ist nämlich, wie wir schon oben für
den Menschen gesehen haben, die Torsion des proximalen Gelenkendes gleich o,
bei den übrigen Säugethieren jedoch mit Ausnahme der Fledermäuse tritt eine
Drehung des proximalen Gelenkendes von 90 0 ein. Hypothese auf Hypo
these. Gegenbaur schon hat den fundamentalen Irrthum in dieser Behauptung aufge
deckt. Er sagt, die Stellung der Scapula muss hierbei zuerst berücksichtigt werden.
Und in der That möchte ich der Stellung der Scapula, welche bei den verschiedenen

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