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indem der mit dem Tumor fest verwachsene Theil des Bauchfells excidirt und dann
noch die Verbindung mit den breiten Bauchmuskeln durch einige rasche Schnitte ge
trennt wurde. Entsprechend dem handgrossen Substanzverluste des Peritoneums sah
man das Netz liegen, welches die Gedärme vollständig deckte.
Es wurde die Vereinigung der Wunde derart vorgenommen, dass in den oberen
Partien die Bauchfellwunde allein vernäht wurde, was trotz des grossen Substanz
Verlustes unter mässiger Spannung des Bauchfells gelang, in den unteren dagegen, wo
die Ablösung des Peritoneums keine so ausgedehnte war, wurden die Nähte durch
alle Schichten der Bauchwand gelegt, dann wurde am oberen I heil der Wunde die
Haut separat genäht, und die Fadenenden der Peritonealnähte herausgeleitet. Die
Bauchhaut hing- als grosser schlaffer Beutel rechts herab; in dieselbe wurde an der
abhängigsten Partie rechts oben eine Incision gemacht, durch welche zwei Drainage
röhren verliefen. Zum Schlüsse wurde noch die Querwunde gereinigt, an deren late
ralem Binde ein drittes Drainagerohr eingelegt wurde.
Die Geschwulst, welche sich als reines Fibrom erwies, hatte ein Gewicht von
9Y2 Pfund.
Der Heilungsprocess ging nicht ohne Zwischenfälle vor sich. Bis zum 1 iten Tage
waren die Temperatursteigerungen nicht hoch, wenn auch die Wunde massenhaft
Eiter entleerte, der aber stets freien Abfluss hatte, jedoch von diesem Tage an stieg
die Temperatur Abends bedeutend (bis zu 40,4). Eine massenhafte Eiterung aus
der Scheide hatte einen raschen B'ieberabfall zur B'olge. Darauf machte auch die
Heilung der Wunde gute Fortschritte und nachdem noch einmal am 6. Juli eine Ei-
terung aus der Scheide stattgefunden, verliess am 9. Juli die Patientin das Hospital.
Ein anderer Fall, von Billroth operirt, der dem von Santesson mitgetheilten
ganz ähnlich ist, steht ausführlich in der Wiener medicinischen Wochenschrift Nr. 8
Jahrgang 1873 beschrieben, derselbe hatte einen sehr günstigen Verlauf, denn nach
kaum 4 Wochen verliess die Frau völlig geheilt die Anstalt.
Alle bisher angeführten Fälle von Bauchdeckentumoren betrafen B'rauen, doch
sind ähnliche Tumoren auch bei Männern beobachtet worden, wenn auch nur, wie es
scheint, in sehr wenigen Fällen. Einen solchen erwähnt Billroth in seiner Pathologie
und Therapie (Vorlesung 46). Blr sah bei einem Manne von 25 Jahren ein PTbro-
sarkom von Wallnussgrösse an den Bauchdecken, welches, obgleich es rein exstirpirt
wurde, schon in der Wunde recidivirte. Der Patient ging nach einigen Monaten,
nachdem noch an anderen Stellen der Körperoberfläche mehrere weiche Geschwülste
aufgetreten waren, marantisch zu Grunde. Dies ist freilich der einzigste Fall, den
ich in der Literatur gefunden, doch war Herr Professor Esmarch so freundlich, mir
noch einen Fall aus seiner Privatpraxis mitzutheilen. Derselbe betrifft einen 40 Jahr

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