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des Tumors ergab, dass über 200 Q Cm. von dem Peritoneum entfernt worden waren
und die Basis desselben bekleideten. Ein Durchschnitt des Tumors zeigte, dass seine
äusseren: Partien aus einem dichten weiss-gelben Gewebe bestanden, welches sich
unter dem Mikroskop als ein myxo-fibromatöses erwies. In der Mitte war eine grosse
Menge Gelasse in festes fibröses Gewebe eingebettet.
Ein ganz ähnlicher Fall, in welchem die Operation vom Professor Billroth
mit gutem Erfolg ausgeführt wurde, ist in der Wiener medicinischen Wochenschrift
(No. 36, 1874) mitgetheilt
Frau B. D., 24 J. alt, hat dreimal geboren, zuletzt vor 6 Monaten. Sie war
stets gesund bis vor 2V2 Jahren, zu welcher Zeit sie zufällig eine runde, harte Ge
schwulst entdeckte, die nach der Spina ant. sup. oss. ilii in der rechten Seite des
Bauches sass, und sich nicht vom Knochen abdrängen Hess. Während der Schwan
gerschaft und nachher nahm die Geschwulst rasch an Umfang zu und fing endlich
an, durch ihr Gewicht beschwerlich zu werden.
Am 29. Mai wurde die Operation ausgeführt. Die rechte Hälfte des Bauches
war damals durch eine mehr als mannskopfgrosse rundliche Geschwulst hervorge
wölbt, welche nach oben bis zum untern Rande des Thorax, nach unten bis zur
Schenkelbeugfe, diese überragend, reichte, während lateralwärts die vordere Axillar-
linie, medialwärts die um etwa zwei Zoll nach links verschobene Linea alba (resp.
die derselben entsprechende pigmentirte Linie in der Haut) die Grenzen bildeten, an
denen die Vorwölbung ziemlich scharf abgesetzt war. Die den Tumor bedeckende
Haut war sehr gespannt, über dem Tumor etwas verschiebbar und von sehr zahl
reichen, fingerdick vorspringenden, prall gefüllten Venenconvoluten durchzogen.
Es hatte den Anschein, als läge der Tumor theils unmittelbar unter der Haut,
theils ragte er aber auch tief ins Abdomen hinein. Die Oberfläche des kugligen
Tumors war glatt, seine Consistenz sehr hart, er war nur in sehr geringem Grade
v on oben nach unten und seitwärts verschiebbar. Es war kaum möglich, sich eine
klare Vorstellung von dem Ausgangspunkte und den jetzigen anatomischen Verhält
nissen zu machen.
Es wurde ein Hautschnitt vom Nabel bis zur Symphyse, der Linea alba ent
sprechend, geführt. Von der Mitte dieses Schnittes wurde ein zweiter quer nach
rechts über die grösste Höhe des Tumors gemacht und derselbe von der mit ihm
innig verwachsenen Scheide des M. rect. abdom. abgetrennt. Darauf konnte der
Tumor noch nach innen und hinten ein Stück weit vom Peritoneum abgelösst werden.
Hoch bald stiess man auf feste Verwachsungen, so dass eine Verletzung des Bauch
fells nicht vermieden werden konnte. Da die Patientin durch die fortwährende venöse
Blutung, sichtbar collabirte, so wurde die Operation so schnell als möglich vollendet,
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