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Es wird unter Carbolspray über die Längs-Axe der Geschwulst hin nach
Aussen von der linea alba ein Hautschnitt gemacht. Daraut die Geschwulst, die
mit den Fascien ziemlich fest verwachsen ist, mit dem Messer freigelegt. Bei dem
Abpräpariren werden eine Menge starker aus der Geschwulst kommender Gefässe
durchschnitten, die unmittelbar hinterher unterbunden werden. Nachdem der I umor
bis zu seiner Basis herausgeschält ist, zeigt sich das Peritoneum derart mit demselben
verwachsen, dass an eine Loslösung desselben nicht zu denken ist. Es bleibt also
nur die Wahl, entweder einen grossen Theil der Geschwulst zurückzulassen, oder
das Peritoneum an der Basis zu durchschneiden und mit zu entfernen. Das Letztere
wird vorgezogen, rasch wird die vollständige Exstirpation ausgeführt, wobei noch
mehrere stärkere Gefässe durchschniten werden. Die Gedärme, die sehr leer sind,
werden mit Leichtigkeit zurückgehalten. Nachdem alle Gefässe mit carbolisirten
Darmsaiten unterbunden, wird die Bauchhöhle mit Schwämmen von Blut gereinigt,
und darauf die Wundränder mit Silberdrahtnähten fest vereinigt. An eine Ver
einigung des Peritoneums konnte bei dem bedeutenden Defect nicht gedacht werden.
Die Wunde wird dann nach Lister verbunden und die Patientin in ein wohl durch
wärmtes Bett gebracht.
Die Nachbehandlung war ganz dieselbe wie nach einer Ovariotomie. Es
wurde für absolute Ruhe gesorgt und um Erbrechen zu vermeiden in den ersten 24
Stunden der Kranken Nichts verabreicht. Zunächst wurden dann kleine Eisstückchen
gereicht und allmählich steigende Portionen Wein und Bouillon gegeben. Das Be-
finden war ein fortdauernd gutes, und stieg die Temperatur nie über 39, 0 . Am 6. 1 age
wurde der erste Verband entfernt, die Wunde fand sich in der grössten Ausdehnung-
unter demselben vereinigt. Nachdem die Nähte gelöst waren, wichen die oberfläch
lichen Wundränder an einigen Stellen etwas auseinander und heilten diese erst
allmählig durch Granulationen aus. Am 26 Januar d. J. wurde Patientin geheilt
entlassen.
Um eine etwaige Eventration zu vermeiden, wurde die Bauchbinde angelegt,
die aus elastischem Gewebe angefertigt, über den ganzen Bauch reichte und durch
welche eine Pelotte von entsprechender Grösse gegen die Narbe gehalten wurde.
Die genauere Untersuchung des exstirpirten Tumors, dessen Dimensionen last
genau denen, am Körper gemessenen, entsprechen, zeigte, dass derselbe zu den
fibrös-zeiligen sarcomatösen Neubildungen gehöre. Seine Form war die eines Brodes,
auf der dem Bauchraum zngewandten Seite war er völlig glatt von Peritoneum über
zogen. Schnitt man von dieser Seite den Tumor an, so konnte man sich leicht
überzeugen, dass die Serosa vollkommen fest verwachsen war, und sich nirgends
in grösserer Ausdehnung abziehen liess. Eine ungefähre Messung der Flächendimensionen

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