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Louise T., 36 Jahr alt, bemerkte seit 3 Jahren etwas oberhalb der rechten
Schamleiste eine Geschwulst, die seit damals von der Grösse einer Nuss langsam
zugenommen hatte, in den letzten 3 Monaten aber schneller gewachsen war. Bei
der Aufnahme hatte die Geschwulst die Grösse eines ausgetragenen Kinderkopfes,
war hart, von gleichmässiger Oberfläche und zeigte an einer Stelle undeutliche Fluc
tuation. Es wurde eine 1 2 Ctm. lange Incision fast parallel mit dem Schambeinkamm
auf die Geschwulst gemacht, die nach Trennung der Haut, der subcutanen Fascien
und der Muskelbündel des Obliquus und Transversus vorlag, deren Basis aber so fest
mit dem subperitonealen Zellgewebe zusammenhing, dass das I eritoneum in der Aus
dehnung- eines Zweifrancsstück entblösst und, um es nicht anzuschneiden, im Grunde
der Wunde ein kleiner Theil sitzen gelassen werden musste.
Die Geschwulst bestand aus fibrösem Gewebe, wurde als ein Fibrosarkan er
kannt und enthielt im Innern eine Kyste von der Grösse eines Hühnereies.
Die auf die Operation folgende Reaktion war sehr gering. Am 16ten I age
war die Wunde geheilt.
Trotzdem, dass Patient mit einer Bauchbinde versehen wurde, trat eine Even
tration ein und musste deshalb die Bauchbinde geändert werden.
Zum Schluss bemerkt noch Humbert-Moliere, dass die Operation dieser sub
peritonealen Bauchdeckentumoren, immer den Ausgang in Heilung genommen habe,
selbst wenn das Peritoneum eröffnet wurde (Nelaton) oder weit entblösst wurde
(Lavoyenne) oder eine Peritonitis hinzutrat (Huguier); und dass, selbst wenn Iheile
der Geschwulst in der Wunde zurückgelassen werden mussten, wie in dem l all von
Gosselin und dem oben mitgetheilten, weder eine Verzögerung in der Wundheilung
noch auf Recidive eingetreten seien. Wir werden später noch Gelegenheit haben,
auf diese Bemerkung zurückzukommen.
In einer Dissertation von Cornils aus dem Jahre 1865, de nonnulis fibromatis
in teguminibus abdominis sitis, sind 3 Fälle beschrieben, die in den Jahren von 1859—
1863 auf der hiesigen chirurgischen Klinik operirt wurden, zwei mit glücklichem,
einer mit tödtlichem Ausgang.
Friederike S., 25 Iahr alt, bemerkte im Herbste des Jahres 1858 in der
Gegend des Nabels eine Geschwulst von der Grösse einer Wallnuss, welche leicht
verschiebbar und gegen Druck unempfindlich war. Dieselbe wuchs langsam bis zum
März 1859, zu welcher Zeit Patient ein Wochenbett überstand, von der Zeit an trat
aber ein Stillstand im Wachsen ein.
Bei der Aufnahme bemerkt man hart unter dem Nabel eine Geschwulst von
der Grösse einer Mannsfaust; welche man hervorziehen und fast ganz umschreiben
kann, doch geht sie in der Tiefe bimförmig in einen massig dünnen Stiel über, der

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