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mussten indessen nur 3 oder 4 Ligaturen angelegt werden; die Wunde wurde
trocken verbunden.
Es heilte die Wunde in kurzer Zeit.
Die Geschwulst zeigte sich als ein Tumeur fibrolpastique und schien vom
fibrösen Beleg des Peritoneum ausgegangen.
Eine 34jährige Frau consultirte S. zuerst im October 1854 wegen einer Ge
schwulst in der linken Seite des Bauches, welche seit einigen Monaten aufgetreten,
in den letzten Wochen schnell gewachsen war, aber durchaus keine Beschwerden
verursacht hatte. Die Geschwulst nahm den oberen vorderen I heil des linken Hy-
pochondrium ein und sass ausserhalb des Bauchfellsackes in der Bauchwand, aber so
tief, dass sie wahrscheinlich auf dem Peritoneum unter sämmtlichen Bauchmuskeln
lag-. Das obere Ende derselben war unter den Rippenrand hinaufgeschoben und
schien sich unter demselben noch etwas nach oben fortzusetzen, sie war hier inniger
mit den umliegenden Theilen vereinigt und liess sich nicht fühlen. Die Geschwulst
hatte eine ovale Form, fühlte sich fest, beinahe hart an, hatte eine glatte, etwas
erhabene Oberfläche, welche an der Grenze zwischen dem mittlern und unteren Drit-
theile eine quer verlaufende, nicht besonders tief gehende Einsenkung darbot, durch
welche die Geschwulst in zwei Theile, einen oberen und grösseren und einen klei
neren untern, g-etheilt wurde.
Patient war kräftig gebaut, hatte 3 Kinder gehabt, deren jüngstes sie noch
säugte. Da Patient zuvor entwöhnen musste, konnte die Operation erst am 22. De-
cemb. stattfinden, wesshalb der Umfang der Geschwulst noch beträchtlich zuge
nommen hatte.
Der fast 8 Zoll lange Hautschnitt wurde über die Mitte der Geschwulst ihrer
längsten Ausdehnung nach, ungefähr 1 Zoll ausserhalb des äusseren Randes des M.
rect. abd. demselben parallel durch alle Muskeln bis auf die Geschwulst selbst ge
führt. Das Freimachen der Geschwulst an ihrer vorderen Fläche hatte keine sonder
liche Schwierigkeit, ausser an der Stelle, wo sich die Geschwulst unter den Rand
des M. rect. abd. schob, indem die Verwachsung mit der fibrösen Muskelscheide
besonders fest war. Nachdem die Vorderfläche und Ränder der Geschwulst frei ge-
macht waren, suchte S. dieselben vom untern Rande herauszuschälen und hinter die
selbe zu kommen, was auch bis auf eine Stelle von ungefähr 3 Zoll gelang. Dieselbe
entsprach der Mitte der nach innen gekehrten Seite der Geschwulst, welche hier mit
der Fascia transversa des Peritoneum so fest verwachsen war, dass S. es nicht wagen
mochte, die Dissektion aus freier Hand fortzusetzen. Er erhob daher wie bei der
Herniotomie mit der Pincette eine kleine Falte von der Membran, welche vom Grunde
der Wunde zu der Geschwulst überging, schnitt diese vorsichtig durch und brachte

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