Ueber Geschwülste in den Bauchdecken und deren Exstirpation
Wenn ich zum Gegenstände dieser Arbeit die Exstirpation von Bauchdecken
tumoren gewählt habe, so hat mich dazu einmal die Seltenheit dieser Operation,
dann aber auch der Umstand bewogen, dass mir vor nicht langer Zeit Gelegenheit
gegeben wurde, die Ausführung und den Verlauf einer solchen Operation genauer
zu beobachten. Dieselbe wurde am Ende des vorigeti Jahres auf der hiesigen chirur
gischen Klinik vom Herrn Professor Esmarch gemacht und führte, obgleich mit dem
Tumor das Peritoneum in grosser Ausdehnung entfernt werden musste, zur völligen
Genesung.
Soweit ich in der Literatur nachforschte, fand ich nur einen solchen Lall be
schrieben. Häufiger schon war bei der Exstirpation eines Bauchdeckentumors das
Peritoneum freigelegt oder auch verletzt worden, aber meistens hatte man dasselbe,
wenn es mit dem Tumor fest verwachsen gefunden wurde, nicht mit entfernt, sondern
in diesen P'ällen sich mit einer partiellen Exstirpation des I umors begnügt.
Von Alters her scheuten sich die Chirurgen vor der Eröffnung seröser Höhlen,
speciell der Bauchhöhle, denn es lehrte die Erfahrung, dass sobald eine solche Er
öffnung, sei es nun durch rohe äussere Gewalt, sei es durch kunstverständige Hand,
stattgefunden hatte, jedesmal das Leben des betroffenen Individuums in grosser Ge
fahr schwebte. Am häufigsten wurde der Bauchraum bei der Herniotomie eröffnet,
freilich nur in sehr geringer Ausdehnung, aber wie verderblich diese kleine Wunde
für das Leben des Menschen schon werden kann ist bekannt und wird auch be
wiesen durch das Bestreben der Aerzte auf jegliche Weise diese Operation zu um
gehen. Lächelnd lesen wir jetzt von der von Preis sogenannten »fahrenden Methode,«
wobei er den Patienten auf einen Schiebkarren legte, den Kopf nach Unten, die
Beine nach Oben über den Bock des Schiebkarrens herüberhangend, so dass die
Füsse zu beiden Seiten des Rades schwebten, und dann den unglücklichen Patienten
über einen schlecht gepflasterten Hof fahren Hess, um während den so entstehenden

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.