nach Entfernung des peripheren Momentes, mit dem Auihören der Sehmerzanfälle auch
auf eine Abnahme der krankhaften centralen Erregbarkeit zu schliesen sein,
5) In den Fällen mit centralem Sitz des Leidens, in welchen die Schmerzenfälle nicht spon
tan, sondern durch leichte Reize auf die Peripherie bewirkt werden.
(>) In allen Fällen von Reflexneuralgie, bei denen nach Entfernung des Causalmomentes die
Schmerzen nicht uachlassen. Es ist hier der ursprünglich afficirte Nerv zu reseciren.
Sollte nach der Operation die Neuralgie in einem andern Nerven wieder erscheinen, so
ist dies ein Zeichen wenigstens des Erfolges in Bezug auf die erstlich afficirte Stelle
und wird mithin der neuerdings befallene Nerv ebenfalls zu reseciren sein.
7 Als palliatives Mittel hei Prosopalgie mit ausgesprochen centralem Sitz, wenn das Leiden
zu unerträglicher Höhe gelangt und keine anderen Mittel temporäre Hülfe zu schaffen
vermögen. Die angeführten Fälle in der Literatur sprechen für die temporäre, ja für
die völlige Heilung auch solcher Formen.
Die Operationsmethoden der Neurectomie.
Es würde der Bestimmung dieser Arbeit nicht entsprechen, wenn ich die verschiedenen an
den drei Aesten des Trigeminus und deren Zweigen ausgeführten Operationsweisen der Neurectomie
besprechen wollte. Ich werde mich auf eine kurze Schilderung der Verfahren beschränken, welche
als zweckentsprechend für die von mir beobachteten, ausserdem den am häufigsten von der Neuralgie
befallenen N. maxillaris sup. betreffenden, Fälle aufgestellt sind.
Das Verfahren der Neurectomie hat dadurch einen grossen Vorzug vor der Neuroctomie,
und hat letztere jetzt in den meisten Fällen entbehrlich gemacht, weil sie die schnelle Restitution
der Nerven entweder auf immer verhindert oder doch auf längere Zeit hinausschiebt. Die Chirurgen
sind allgemein in der Ansicht übereingekommen, dass mau sich mit der Entfernung von weniger
als V'2 Ctm. niemals begnügen dürfe. Es wird neben dem Grundsatz, die Neurectomie so früh als
irgend möglich auszuführen — da, je länger die schmerzerregende Ursache einwirkt, desto intensiver
un 1 extensiver sich als Wirkung ein krankhafter Erregungszustand der Nervenbahnen und Nerven -
centren entwickeln und neben die erhöhte Erregung die krankhafte Erregbarkeit treten wird —
namentlich die Lehre als dringend zum Heilerfolg anerkannt, den Nerven so hoch als möglich an
seiner Abgangsstelle vom Centrum, wo er in einem geräumigen, der Compressionswirkung nicht
leicht ausgesetzten Canale liegt, zu reseciren. Um den zweiten Schnitt schmerzlos zu machem
führt man den ersten so hoch als es eben angeht gegen das Centrum hin. Ist der den Nerven
aufnehmende Canal ein wenig geräumiger, so wird auch dieser zu erweitern oder zu entfernen sein. —
Dass die unter solchen Bedingungen ausgeführten Neurectomien wohl mit Erfolg gekrönt sein
müssen, mag man aus den Worten 0 Webers *) ersehen: „Bis jetzt sind nach diesen Operationen,
welche die Hauptäste des Trigeminus selbst direct in Angriff nehmen, noch keine Recidive bekannt
geworden.“
Unter den zur Resection des N maxillaris sup. Trigemini angewandten Operationsmethoden
hönnen wir diejenigen zusammenfassen, welche den Nerven bei seinem Verlauf in und aus dem
Canalis infraorbit. und diejenigen, welche ihn höher an seinem centralen Ende in der fossa spheno-
palatina angreifen
Zu der Durchschneidung des Eudastes vom Oberhiefernerven, nach seinem Austritt aus
*) Handbuch d. alldem, u. speciclleu Chirurgie redig. v. v. 1‘itha u. Billroth, pag. IG".

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