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nome, Neurome, Aneurysmen, Fibroide) reizend auf den Verlauf der sensiblen Trigeminusäste ein
zuwirken. Zu den nicht so seltenen peripheren Reizungsursachen gehören endlich die Neuriten, so
wohl die acuten traumatischen, als auch die chronisch verlaufenden, mögen dieselben primär im
Nervengewebe selbst entstanden sein, vom Perineurium ausgehen, oder auch durch progressive Ent
zündung benachbarter Gewebe auf die Nervensubstanz übergegangen sein.
Die centralen Ursachen der Prosopalgie können das Gehirn und Rückenmark selbst, deren
Hullen und Decken, oder den Stamm des Trigeminus, des Ganglion Gasseri, im Gehirn betreffen.
Von den Ursachen, welche das Gehirn selbst angehen, ist nur ein von Romberg beschriebener Fall
einer 26 Jahre hindurch bestehenden Prosopalgie bekannt. Es fanden sich Atrophie der Grosshirn-
Hemisphären, Atrophie der rechten Hälfte des Pons Varoli, Erweichung der Fasern das Trigeminus
auf seinem Verlaufe durch den Pons und durch die Crura ad Cerebellum, mit Einsprengung eines
harten gelben Kernes in die Trigeminusfasern. Allerdings ist auch zu erwähnen, dass zugleich ein
Anenrysma der Carotis vorhanden war, welches das G. Gasseri comprimirte. Was die Hüllen und
Decken des Gehirns anbelangt, so fanden sich Verdickungen und Verknöcherungen der Dura mater
welche sich in das Neurilemm der Hirnnerven fortsetzten, Bindegewebshypertrophien, durch lang
dauernde Stauungshyperämien hervorgerufen, und endlich allgemeine Hypertrophie des Schädeldachs
mit chronischem Verlauf, wobei die Schädelhöhle verkleinert und sämmtliche Knochenkanäle ver
engert werden. Zu den Ursachen, welche den Stamm des Trigeminus betrafen, sind Geschwülste,
besonders Aneurysmen, zu rechnen, die das G. Gasseri conprimirten und fungöse Geschwülste der
Hirnhäute, die durch Druck und Zerstörung reizend einwirkten. —
Welche Einflüsse die Intoxicationen durch Blei, Kupfer und Quecksilber, welche nicht eben
sehr selten Neuralgien des Trigeminus zu Stande bringen, auf die Centralorgane haben , ist uns
bisher noch verschlossen geblieben. Man nimmt an, dass die in die Hirnsubstanz deponirten feinen
Metallpartikelchen reizend wirken und wahrscheinilch auf reflektorischem Wege die Schmerzen
erregen. —
Werfen wir nun noch einen kurzen Blick auf die Reflexneuralgien, die meistens den inter-
mittirenden Typus tragen, so sind als Ursachen, in Folge deren reflektirte excentrische Schmerzen
auftreten, hartnäckige Verstopfungen und Eingeweidewürmer, (Charles Bell und Stromeyer) Krank
heiten der Leber, des Magens und der Milz, ferner der Urogenitalsphäre, namentlich des Uterus, der
Nieren und der Blase constatirt worden. Aus letzterer Quelle mag wohl das nicht seltene Erscheinen
von Neuralgien bei hysterischen Individuen zu erklären sein. Einen interessanten, hierher gehörigen
Fall von lntermittirender Gesichtsneuralgie erzählt Hunt von einer im siebenten Monat schwangeren
Frau, bei der sich dieselbe im Gebiete des N. infraorbitalis und supraorbitalis einstellte und mit
dem Abgänge des Fruchtwassers wieder verschwand. Während der Entbindung reiterirte der Schmerz
mit äusserster Heftigkeit, um sich mit dem Ende des Geburtsaktes zu verlieren. Doch als zur Ent
fernung der zurückgebliebenen Placenta die Hand in den Uterus eingeführt wurde, stellte sich der
Schmerz mit derselben Heftigkeit wieder ein und hielt bis zur Herausnahme der Nachgeburt an.
Behandlung der Prosopalgie.
1) auf pharmaceutischem Wege.
Da fast unser ganzer Arzneischatz, wenigstens versuchsweise, zur Heilung des hartnäckigen
Hebels benutzt worden ist und es zu weit führen würde, die Unzahl von Mitteln hier anzuführen,
welche in Anwendung gezogen sind und vielleicht auch vorübergehenden Erfolg erzielt haben, so
beschränke ich mich hier auf die Nennung der wichtigsten und einige Hoffnung auf Erfolg ver
sprechenden Medicamente.

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