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scheinungen hervor, sei es dass sie durch Druck auf Nerven Neuritis und die Symptome
der Neuralgie hervorrufen, sei es, dass sie unter Umständen auch jene secundären
Störungen der Knochenhüllen veranlassen, die für die centrale Necrose und den
Knochenabscess charakteristisch sind. — Kommt der Kranke mit letzteren Erscheinungen,
die schon oben eine eingehendere Beschreibung gefunden haben, zur klinischen Be
obachtung (und wohl nur in diesem Zustande wird er sich veranlasst sehen, ärztliche
Hülfe in Anspruch zu nehmen) so entsteht vor Allem die Frage: Haben wir es mit
einer primären eitrigen Periostitis zu thun oder mit einer innern Knochenerkrankung?
Die Beantwortung dieser Frage würde wohl nur mit Hülfe der Anamnese möglich
sein. Bei der primären acuten Periostitis pflegen sich in kurzen Zwischenräumen
heftigere Anfälle zu wiederholen, ein schon längere Zeit bestehendes Leiden mit zeit
weiligen Exacerbationen und vollständig freien Intervallen würde dagegen mehr auf
Knochenabscess oder Necrose hindeuten. Die acute Osteomyelitis, die in neuerer Zeit
von Chassaignac, Klose, Demme u. A. eingehend studirt ist, zeigt als charakteristisches
Bild die selten fehlende Gelenksaffection und meist die Epiphysentrennung! Allerdings
tritt letztere oft spät oder garnicht ein und die Functionsstörung des Gliedes durch
secundäre Gelenksentzündung gehört auch zuweilen zu den Begleiterscheinungen des
Abscesses und der Necrose, so dass man wieder zur Anamnese seine Zuflucht nehmen
müsste. — Auch die Caries, bei der oft längere Zeit Ostitis, Periostitis oder Osteo
myelitis dem Durchbruch des Eiters vorangehen, kann in diesem Stadium zur Ver
wechselung Veranlassung geben. — Schliesslich könnte man noch in die Lage kommen,
primäre entzündliche Vorgänge in den Weichtheilen durch eine eingehendere Unter
suchung und Anamnese ausschliessen zu müssen.
Resumiren wir die Ergebnisse dieser Betrachtungen in Kürze, so geht aus
ihnen die schon am Eingänge dieser Arbeit erwähnte Thatsache hervor, dass die
Diagnose der völlD eingekapselten Necrose und Abscesse des Knochens zu den
schwierigsten Aufgaben gehört, welche die Praxis dem Arzte stellt. So charakteristisch die
Symptome auch oftmals sind, so kommt man auch im günstigsten Falle doch nie
über die Grenze blosser Muthmassung hinaus. Glücklicherweise ist die Incision mit
Freileguno- des Knochens und Anbohrung desselben mit einem feinen Bohrer ein so
wenitr o-efährlicher Eingriff, dass man in zweifelhaften Fällen berechtigt ist, sich die
selben zu erlauben. Selbst Fälle, in denen man mit einem Trepan den Knochen
durchbohrte und statt Eiter nur sclerosirtes Gewebe traf, (Stromeyer, Bryant) hatten
einen günstigen Verlauf.
Die Prognose des Leidens ist nicht gerade ungünstig zu stellen. Natürlich
darf nur von einem operativen Eingriff Erfolg erwartet werden. Naturheilung durch
Resorption des Sequesters oder des Eiters ist durchaus auszuschliessen. Die Hoff-
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