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Sicherheit entscheiden. Wenn es sich jedoch bestätigt, dass die centrale Necrose
gewöhnlich mit einer acuten Osteomyelitis verläuft, der Abscess langsam durch
rareficirende Ostitis entsteht, so dürfte dieser Umstand wohl geeignet sein,
uns einen Fingerzeig für die Beantwortung unserer Frage an die Hand zu geben.
Wir würden daraus den Schluss ziehen dürfen, dass die reactive Osteosclerose bei
dem stürmischen Verlauf der Necrose nicht die Zeit fände, der secundären Ostitis
rarificans genügend entgegenzutreten, während das langsamere Fortschreiten der Ab
scessbildenden Ostitis ihr dies ermöglichte. Kommt der Abscess unter stürmischen
Entzündungserscheinungen zu Stande, so ist auch hier Cloakenbildung das Wahr
scheinliche, wie umgekehrt eine Centralnecrose mit milderem Verlaufe eine vollstän
dige Einkapselung des Sequesters gestatten würde. — Dass es bei einem abgekap
selten Abscesse noch nachträglich durch acute Entzündung zum Durchbruch kommen
kann, macht die erste der obigen Beobachtungen ziemlich wahrscheinlich: Bei dem
Eduard H. zeigte der Knochen eine circumscripte Erweichung, aus der sich durch
Druck Eiter herauspressen Hess. Wahrscheinlich wäre es hier, wenn der operative
Eingriff nicht dem Process ein Ziel gesetzt hätte, mit der Zeit doch zur vollständigen
Cloakenbildung gekommen.
Die osificirende Periostitis, welche wir als treue Begleiterin mit den meisten
entzündlichen Formen der Knochenerkrankungen einhergehen sehen, pflegt auch beim
Knochenäbscess selten zu fehlen und führt meist zu einer allseitigen Verdickung des
leidenden Theils. Auch die umliegenden Weichtheile bleiben seilten ganz verschont.
Als klinisches Bild des eingekapselten Knochenabscesses ergibt sich meist
folgendes (wenn wir besonders das Stadium der Exacerbation, in dem die Kranken
doch fast nur zur Beobachtung kommen, ins Auge fassen): In der Nähe des Heerdes
bemerken wir eine bedeutende Verdickung, die Weichtheile sind geschwollen und
entzündlich infiltrirt, durch dieselben hindurch fühlt man den Knochen, wenn er nicht
zu tief liegt, in erheblichem Grade aufgetrieben. Dabei ist gewöhnlich Druekempfind-
lichkeit und Schmerz bei Bewegung der Extremität vorhanden, ln der Regel erfährt
man aus der Anamnese, dass der Beginn des Leidens, sich auf Jahre zurückdatirt und
dass zeitweise stürmische Exacerbationen mit heftigen Schmerzen, Functionsstörungen,
Anschwellung und vielleicht gar spontaner oder durch Incisionen vermittelter Eliter-
abfluss stattgefunden haben. In einzelnen Fällen sind wohl sogar Knochenstückchen,
in Folge oberflächlicher Necrose herausgeeitert. — Es ist wohl keine Frage, dass
diese Attaquen nur auf Rechnung der begleitenden Periostitis zu schieben sind, die
durch Schädlichkeiten irgend welcher Art sich aus der chronischen, ossificirenden Form
vorübergehend in eine acute eitrige umgewandelt und vielleicht einen Theil des Knochen
gewebes hi den destruirenden Process mit hineingezogen hat. — Wir erfahren ferner

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