3 . Die Operation durch den Mastdarm ist angezeigt bei allen Fisteln
im oberen Drittheile der Mastdarmscheidenwand, ferner dürfte sie indicirt sein bei
Querfisteln im mittleren Drittheile und endlich auch bei Längsfisteln des mittleren
Drittheiles, wenn die Zugängigkeit der Scheide durch Verengerung erschwert ist.
Bei der Operation muss möglichst eine Heilung per primam intentionem her
beigeführt werden, deshalb ist die Anfrischung der Wundränder das wichtigste bei
der Operation.
Simon sagt darüber bolgendes:
! Die Ränder müssen in allen Theilen gleichmässig angefrischt werden und
von durchaus gesunder, zur Verheilung geschickter Substanz sein.
Simon macht die Anfrischung den Verhältnissen entsprechend sehr ergiebig,
er trägt lieber zu viel ab als zu wenig, wenn Substanz genug vorhanden ist.
Ö 2 . Die Anfrischung soll wo möglich die ganze Dicke der Fistelränder ein
nehmen.
3. Die Anfrischung soll nach innen dringen, dass die Wundränder parallel oder
steilschräg nach innen gerichtet sind.
Denn, sagt Simon weiter, die Verwachsung gut gebildeter Wundränder wird
so fest, dass’ sie auch einer stärkeren Spannung, welche durch den grösseren Sub
stanzverlust erzeugt wird, Widerstand leistet.
Als Material zur Nath werden von den verschiedenen Autoren entweder feine
chinesische Seide oder Silberdräthe angewendet.
Was die Nachbehandlung betrifft, so wurde früher allgemein 10— 12tägige
Stuhlverstopfung durch Opium, möglichste Abstinenz dei Speisen und ruhige Rücken
läge zu erzielen gesucht, bis auch wieder Simon, im Gegensatz zu dieser Constipa-
tionsmethode die Purgirmethode einhihrte. Er giebt zu diesem Zweck jeden 2. oder
3. Tag ein Abführmittel, entleert den Urin alle 5 bis 6 Stunden mit dem Katheter
oder die Patientin lässt ihn auch freiwillig in ein untergesetztes Steckbecken. Die
Wunde muss täglich einige Male abgespritzt werden, um sie von Eiter, Urin und
Scheldensecret zu reinigen.

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