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massen unwillkührlich durch die Scheide abgehen. Wenn auch einige Patientinnen
diesen unwillkürlichen Abgang von Fäcalmassen per vaginam ohne erhebliche Be
schwerden ertragen, wie namentlich bei kleineren Fisteln, bei welchen sogar mitunter
der Abgang durch die Scheide sich auf die Flatus beschränken kann, so ist dieses
Symptom natürlich für gewöhnlich, sowohl für Patientin als deren Umgebung, in dem
Grade lästig und quälend, dass sie um jeden Preis von ihrem Uebel befreit zu
werden wünschen.
D i agn os e:
So leicht die Diagnose für gewöhnlich ist, und so genau man schon bei der
Exploration mit dem Finger und noch besser bei der Untersuchung mit dem Speculum,
in Steiss-Rücken- oder Steinschnittlagen, sich von dem Sitz, der Grösse und sonstigen
Beschaffenheit der Fistel überzeugen kann, so können doch in einigen ausnahmsweise
vorkommenden Fällen von gleichzeitiger Vergengerung der Vagina und des Rectum
unterhalb der Fistel die Verhältnisse schwer zu ermitteln sein; doch wird es auch
hier fast stets gelingen, die Fistel schliesslich zu entdecken, nachdem auf die eine
oder andere Weise die vorhandenen Hindernisse beseitigt sind.
Die Prognose ist im Allgemeinen durchaus keine ungünstige. Einmal tritt
bei frischen Fisteln keineswegs selten spontane Heilung ein durch Granulation, dann
wird aber auch von älteren und grösseren Fisteln, wenn nur die nöthige Geduld,
Sorgfalt und Geschicklichkeit von Seiten des Operateurs nicht fehlt, kaum ein Fall
übrig bleiben, der auch wiederholten Operationen widersteht.
Die Therpie kann sich in frischen Fällen, wenn die Ränder der Fistel noch
granuliren, darauf beschränken die Heibestrebungen der Natur zu unterstützen.
Ist die Fistel älter, ist schon eine vollständige Vernarbung der Fistelränder
eingfetreten, so kann man sie nur dadurch zum Verschluss bringen, dass man die
Ränder wieder in frische Wundflächen verwandelt und dann diese zur Verheilung unter
einander zu bringen sucht. Das kann nun aut doppelte Weise geschehen. Bei
kleineren Fisteln nämlich von Sondenknopf bis zur Erbsengrösse wird man in einigen
Fällen durch Aetzung der Wundränder mit Argentum nitricum oder Ferrum candens
dieselben wieder zur frischen Granulation bringen können und aut diese Weise wieder
dieselben Chancen für die Heilung haben, wie bei frischen Fisteln. Mit zunehmender
Grösse der Fistel werden allerdings die Aussichten, dieselbe durch Granulation der
Wundränder zum Verschluss zu bringen, immer geringer und kommt hier eine andere
Methode in Betracht, die in der blutigen Anfrischung der Wundränder und ihrer
Vereinigung durch die Nath besteht.
Dies Verfahren ist durch Prof. G. Simon zu einer besonderen Vollkommenheit

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