ist, werden 7 Silberdräthe durchgelegt, die eine genaue Vereinigung der Wundränder
herbeiführen. Um einer Ansammlung von Urin in der Blase vorzubeugen, wird auch
jetzt wieder gleich ein Katheter eingelegt.
10. März. Patientin hat diesmal nur wenig Schmerzen. Urin war nur im Anfang
etwas blutig, ist Jetzt schon von blasser Barbe und intensiv alkalischer Reaction.
14. März. Heute wird der oberste Silberdrath entfernt, da die Entfernung
jedoch etwas schwierig gelingt, wird davon abgestanden, auch die anderen gleich zu
entfernen. Bisher hat der Katheter immer in der Blase gelegen, jetzt wird derselbe
entfernt, da Patientin Schmerz davon hat.
23. März. Patientin, die ihren Urin .spontan entleert, bemerkt nie Abgang des
selben per vaginam. Heute werden die übrigen 6 Silberdrähte entleint. Es dringt bei
den Manipulationen zu diesem Zwecke etwas Urin in die Scheide. Her I rin ist noch
immer stark alkalisch. Ordinirt: Wildunger Wasser.
31. März. Bei der heutigen Untersuchung fand sich noch eine ganz kleine
Fistel; da Patientin jedoch niemals unwillkürlichen Harnabgang verspürt, wird sie
auf Wunsch entlassen, um später, falls eine Wiederholung der Operation noting sein
sollte, wiederzukommen.
Die Patientin hat sich seitdem jeglicher Beobachtung -entzogen. —
ZWEITER FALL.
Früheres:
(Vor der Aufnahme ins Spital).
Die unverehelichte Christ. K. aus P., 44 Jahre ah, will vor etwa zwei Jahren
von einem Arzte ein Pessarium erhalten haben, das derselbe aber nicht selbst einge
legt haben soll. Vor reichlich 2 Monaten zog Patientin dann wieder einen Arzt zu
Rathe, angeblich wegen Anschwellung des Leibes. Derselbe fand in der geschwolle
nen, verjauchten Scheide ein ZwANKsches Pessarium, dessen Branchen aber statt zur
Seite, nach vorn und hinten lagen. Mit grosser Mühe wurden che Seitenträger durch
feilt und o-elang es das Instrument zu entfernen. Urin und diarrhoische Bäces liefen
aus der Scheide heraus. Der Stuhl wurde später per anum entleert. Nachdem
Patientin dann etwa 10 Wochen lang mit Douchen und Klystieren behandelt worden
und der Allgemeinzustand sich gebessert hatte, wurde sie nach Kiel ins Spital ge
schickt. Patientin soll 2 Kinder geboren haben, deren Alter nicht zu ermitteln. -

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