auseinandergezogen ist, vermittelst einer Hakenzange die hintere Muttermundslippe
gefasst und an derselben Uterus und Scheidengewölbe herabgezogen. Um den Mutter
mund leichter halten zu können, wird ein starker Seidenfaden hindurchgelegt. Nach
dem auf diese Weise die hintere Muttermundslippe nach unten und vorn gezogen,
erscheint hinter derselben die Fistel zum I heil ausfüllend ein kolbiger Zapfen (wahr
scheinlich der aufgewölbte obere Lappen der Vaginaschleimhaut). Die Fistel zeigt
eine halbmondförmige Gestalt, und sieht man an der Basis des erwähnten kolbigen
Zapfens an der dem Rectum zugekehrten Seite ebenfalls einen starken Schleimhautwulst.
Durch die Spitze des Zapfens wird ebenfalls eine starke Nath gelegt und auch der
selbe so nach vorn herabgezogen.
Ls wird darauf der F'istelrand abgetragen; die untere Fläche des Zapfens
ebenfalls theilweise, dann seine äusserste Spitze einfach quer mit der Scheere abge
schnitten und darauf der so gewonnene Lappen durch acht Näthe in die Fistel ein
gefügt.
Nach der Vereinigung werden die 1 heile wieder in ihre normale Lage und
die Patientin ins Bett gehracht.
Ordinirt: Flüssige Diät: Eierboullon.
6. Februar. Heute werden die Näthe entfernt. Patientin hat sich bis jetzt
gut befunden, die Temperatur ist normal, und es hat sich bis jetzt kein Stuhldrang
eingestellt.
8. Februar. Da sich heute Stuhldrang eingestellt hat, wird durch einen. F-ss-
löffel voll Oleum Ricini mit Erfolg für flüssige Entleerung gesorgt. Patientin glaubt
dabei einen Abgang von Flatus durch die vagina bemerkt zu haben.
12. Februar. Es ist bis jetzt keine Defäcation wieder erfolgt. — Heute aber
wird behufs einer Wiederholung der Untersuchung ein Klystier gesetzt, bei dem kein
Durchtritt in die vagina bemerkt wird. Bei der Untersuchung mit dem Speculum
zeigt sich, dass der Lappen vollkommen eingeheilt ist. An einer Stelle der Nath ist
noch eine kleine Ulceration, indess gelingt es nicht, mit einer Sonde oder einem
Schieihaken auf den in das Rectum eingeführten Finger ganz durchzudringen; obgleich
die Sonde eindringt in eine anscheinende Fdstel, bleibt sie vom Finger durch eine
Gewebsschicht getrennt.
Patientin, die bis jetzt nur flüssige Diät bekommen, wird wieder feste Nahrung
bewilligt.
i 8. Februar. Eine vorgenommene Digitaluntersuchung behufs eventueller Ein
legung eines Pessariums, da Pat. auch jetzt noch nach Heilung der Recto-vaginalfistel
die subjectiven Symptome des Prolapsus uteri klagt, zeigt, dass auch an der vorderen
Scheidewand, verdeckt durch die vordere Muttermundslippe sich die Narben ausge
dehnter Zerstörungen finden, Trotzdem dass Patientin niemals unwillkührlichen Hany

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