merkte sie eines Abends stärkereren Drang zum Stuhl, der Versuch aber durch leb
hafteres Pressen Stuhlgang zu erzwingen hatte den Erfolg, dass Patientin einen hef
tigen Schmerz im Unterleibe empfand mit dem Gefühl, als ob plötzlich etwas vor die
Genitalien treten wollte. Ein zu Rathe gezogener Arzt erklärte die Sache für einen
Prolapsus uteri und legte ein (wie es scheint) ZwANiPsches Pessarium ein. Von dieser
Zeit an klagte Patientin über zeitweise auftretende, ziehende Schmerzen im Ünterleibm
desgleichen über Stuhlverstopfung und einen sich stets verschlimmernden Fluor albus.
Vor ungefähr einem halben Jahre trat die Menstruation, nachdem sie frühet
schon einmal ein viertel Jahr cessirt hatte, zum letzten Male auf. Vor 3—4 Monaten
schon bemerkte Patientin, dass etwas Ungehöriges passirt sein musste, indem von der
Zeit an die Flatus bisweilen durch die Scheide abgingen. Vor acht Wochen sollen
zum ersten Male auch Fäcalmassen den Weg durch die Scheide genommen haben.
Dann wird das alte Pessarium entfernt und ein neues Ringpessarium eingelegt. Der
behandelnde Arzt scheint sich bis jetzt nicht von dem Bestehen einer Communication
zwischen Rectum und Vagina überzeugt zu haben, dieselbe wird also wohl noch recht
klein gewesen sein, wofür auch die Angaben der Patientin sprechen, dass, nachdem
das neue Pessarium vier Wochen gelegen hatte (in welcher Zeit einmal drei läge
lang ein blutiger, heftig stinkender Ausfluss aus der Sch aide bestand, den Patientin
für Menstruation zu halten geneigt ist) der Abgung sowohl von Flatus, als von ge
formten Fäcalmassen durch die Scheide sich bedeutend verschlimmert hatte.
Dann wird das Pessarium, das, wie der Arzt behauptet haben soll, den Uterus
nicht zurückhalte und unnöthige Schmerzen mache, entfernt.
Beim Uriniren hatte Patientin keine Beschwerden, der Stuhlgang musste bis
weilen durch Klystiere und Lanxanzen erzwungen werden.
Status bei der Aufnahme am 24. Januar 1867
Klinik:
in die hiesige chirurgische
In der Knie-Ellenbogenlage sowohl als in der Rückenlage untersucht, sieht
man, nachdem die Scheidewände überall sichtbar gemacht sind, an der hintern Mutter
mundslippe des ziemlich tief stehenden Uterus flüssige Fäcalmassen anhaften. Auch
nach deren Entfernung wird die F'istel nicht sichtbar; der in das Rectum eingeführte
Finger dagegen wird bequem bis an die zweite Phalange in die Scheide durchge
führt. Die Münduno- im Rectum liegt höchstens 5 Centimeter über der Aftermündung.
Operation der Fistula re cto-vaginalis in Steinschnittlage.
Chloroformnarkose.
2. Februar. Heute wird, behufs einer Schliessung der F'istel, genauer unter
sucht. Es wird deshalb, nachdem die Vagina durch zwei seitlich eingesetzte Specula

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.