der linken Hand. Kurz darauf zeigte sich ein Lupus: welcher von der
selben Stelle ausgehend nach und nach den grössten Theil der Hand
ergriff.
2) Ein 2ojähriger Mann, dessen Mutter und Bruder an Schwindsucht gestor-
waren, hatte als Knabe eine chronische scrophulöse Ostitis des einen Zei
gefingers bekommen, welche zur Zeit seiner Aufnahme in der Klinik noch nicht
geheilt war, wie dies eine eiternde auf den Knochen führende Fistel zeigte.
In seinem 12. Jahre hatte an dieser Stelle eine Eruption lupöser Knötchen
begonnen und sich von da aus allmählich über den ganzen Handrücken
verbreitet. Bei der Operation nach der VoLKMANNschen Methode zeigte
sich die auffallende Aehnlichkeit der die Fistel auskleidenden Granulationen
mit den durch den scharfen Löffel entfernten lupösen Massen.
3) Eine 52jährige Frau, von welcher über die Gesundheitsverhältnisse ihrer
Eltern nichts zu erfahren gewesen war, hatte von ihrem 13. Jahre an be
ständig an Schwellungen und Vereiterungen der Submaxillardrüsen gelitten
und es war an der Stelle, wo ein solcher Drüsentumor aufgebrochen war,
eine Lupuseruption entstanden und von da aus weiter auf das Gesicht
übergegangen.
4) Ein iöjähriges Mädchen, welches als Kind an Kopfausschlag und Augen-
entzündungen gelitten hatte, bekam später eine Ozaena mit Anschwellung
der Nase und übelriechendem eitrigen Ausfluss, verbunden mit einer
Dacryocystitis des linken Auges. Bei ihrer Aufnahme in dem Krankenhause
zeigte sich ein Lupusknötchen auf der gerötheten und mit Epidermisschuppen
bedeckten Nasenspitze. ,
Diese vier Fälle thun es demnach in ganz besonderer Weise dar, wie der
Lupus in der That auf dem Boden der Scrophufose entstehen kann und namentlich
ist bei dem erstem der genannten Beispiele bemerkenswerth, dass sich ein unmittel
barer, nicht zu unterscheidender Zusammenhang der lupösen Wucherungen mit den
die ausgehöhlte Phalange ausfüllenden fungösen Granulationen zeigte.
Es führt uns dies nun endlich noch auf einen dritten Punkt, nämlich auf die
grosse Aehnlichkeit der lupösen Erkrankungen mit den scrophulösen überhaupt, wohin
wir, abgesehen von der eben erwähnten Uebereinstimmung, noch die grosse Hart
näckigkeit, Ausbreitungsfähigkeit und den zerstörenden Charakter des Lupus rechnen
möchten. Und namentlich dürfte hier in’s Gewicht fallen die von Friedeaender ent
deckte Thatsache, dass an den am Lupus erkrankten Stellen sich regelmässig Tu
berkelknötchen in nicht geringer Anzahl vorfinden. 23 )
23 ) Centralblatt f. d, med. Wissenschaft 1872, Nr. 43.

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